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NWZonline.de Nachrichten Politik

„Es wird Zeit, dass jüngerer Nachwuchs in die Politik geht“

20.08.2019
Frage: Vor einem Jahr demonstrierte Greta Thunberg zum ersten Mal . . .
Helberg: Es ist krass, wie sich diese Bewegung entwickelt hat und wie viele Menschen sie bewegt. Auf der anderen Seite ist es sehr schade, dass immer noch nichts passiert ist. Ende Dezember haben wir angefangen, Demonstrationen in Oldenburg zu organisieren. Dass wir schon so lange dabei sind, kommt mir gar nicht so vor.
Frage: Am 18. Januar 2019 fand der erste Schülerstreik in Oldenburg statt. Was hat sich seitdem getan?
Helberg: Die Motivation ist immer noch dieselbe. Strukturell hat sich einiges getan: Wir sind besser organisiert, haben Fuß gefasst, sind mit anderen Organisationen in Oldenburg besser vernetzt. Wir arbeiten zum Beispiel mit dem Fluchtmuseum und der Klima-Allianz zusammen. Das, was wir machen, besitzt jetzt eine größere Reichweite.
Frage: Muss es die Bewegung weiterhin geben?
Helberg: Ja, leider – es hat sich ja noch nicht wirklich was getan politisch. Unsere Forderungen sind immer noch dieselben, wir stehen immer noch am Anfang und hoffen, dass sich etwas bewegt.
Frage: Was steht aktuell an?
Helberg: Für den Freitag, 20. September, planen wir einen Generalstreik. Start wird wieder am Bahnhof sein, von dort aus geht’s zum Schlossplatz. Wir verknüpfen das mit einer Klimawoche, die wir mit einer Demonstration am 27. September beenden.
Frage: Hat sich Ihrem Eindruck nach etwas in der Wahrnehmung durch die Öffentlichkeit verändert?
Helberg: Ja. Eine Mitstreiterin von der Graf-Anton-Günther-Schule hat uns erzählt, dass ihre Lehrkräfte für den Streik am 20. September keine Klausuren planen. Die Schule plane außerdem, gemeinsam zur Demo zu gehen. Und eine Kita hat uns bereits kontaktiert und gefragt, ob sie an dem Tag kommen dürfen und ob es kindgerechte Aktionen geben wird.
Frage: Gab es auch negative Reaktionen auf die Bewegung?
Helberg: Ja, definitiv. Ein paar Lehrkräfte haben uns damals verboten, zu den Demos zu gehen, und haben mit schlechten Noten gedroht oder Klausuren extra auf den Freitag gelegt. Ich persönlich habe auch eine Null-Punkte-Warnung in meinem mündlichen Abitur-Prüfungsfach bekommen. Mein Lehrer meinte, wenn ich noch ein-, zweimal fehlen würde, würde ich null Punkte bekommen. Wir standen aber kurz vor den Zeugnissen, es wäre rechnerisch nicht mehr möglich gewesen, mir null Punkte zu geben. Ich bin weiterhin zu den Demos gegangen, zumal ich sie anmelde und daher anwesend sein muss.
Frage: Im Oktober beginnen Sie, Umweltwissenschaften zu studieren. Bekommen Sie das mit Ihrem Engagement unter einen Hut?
Helberg: Ich glaube, dass sich mein Engagement besser mit dem Studium verbinden lässt als mit dem Abitur. Allein thematisch. Ich hoffe, dass ich aus dem Studiengang Informationen bekomme, die ich in mein Engagement einfließen lassen kann.
Frage: Haben Sie sich aufgrund der Bewegung für diesen Studiengang entschieden?
Helberg: Ja! Aber das Studium ist gar nicht mein Endziel: Ich möchte in die Politik gehen. Weil mir das Ganze gezeigt hat, dass nichts passiert und dass irgendjemand das mal ändern muss. Es wird einfach Zeit, dass mal jüngerer Nachwuchs in die Politik geht.
Jantje Ziegeler Redakteurin / Online-Redaktion
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