Wildeshausen - Die Abriss-Diskussion über die drei historischen Häuser am Marktplatz in Wildeshausen beschäftigte am Donnerstagabend auch die Mitglieder des Bürger- und Geschichtsvereins Wildeshausen. „Dazu wollen und werden wir uns positionieren. Letztendlich verstehen wir uns auch als Hüter der Stadtgeschichte“, erklärte Vorsitzender Bernd Oeljeschläger im Wildeshauser Hof vor der Versammlung. Ein Abriss käme einer Operation am offenen Herzen der Kreisstadt nahe.
Aus diesem Grunde soll eine Info-Veranstaltung Ende Oktober/Anfang November stattfinden. Gedacht ist, einen Vertreter der Unteren Denkmalschutzschutzbehörde, Bürgermeister Jens Kuraschinski und Daniela Baron vom Stadtmarketing sowie Vertreter aller Parteien und Fraktion an der Diskussionsrunde zu beteiligen. Auch Folker von Hagen, der frühere Baudezernent des Landkreises Oldenburg, soll geladen werden. „Nach seinem Eintritt in den Ruhestand kann er die Dinge aus ganz anderer Sicht betrachten und sich einbringen“, meinte Oeljeschläger.
Weitere Themen im Ausblick waren die kommende Jahresschrift, die neue Vortragsreihe „Geschichte im Rathaus“ und die Vorbereitung des Stadtjubiläums in 2020.
Zuvor hatte der Vorsitzende im Rückblick auf das vergangene Geschäftsjahr die Eckpunkte der Arbeit des gemeinnützigen Vereins aufgezählt. Der Bürger- und Heimatverein erhielt einen Zuschuss von der Stadt in Höhe von 15 000 Euro. Beantragt waren 20 000 Euro. Nach der ersten Streichung des Zuschusses war der Verein froh, am Ende 15 000 Euro zu erhalten. „Allerdings ist der Betrag noch immer keine kalkulatorische Größe, er muss immer wieder neu beantragt und beraten werden.“
Den gewünschten finanziellen Erfolg brachte die Stiftungsgründung von Kulturkreis und Geschichtsverein bislang noch nicht. Je Verein standen 350 Euro pro Jahr zur Verfügung. Daran solle weiter gearbeitet werden.
Die Verlegung der Stolpersteine in Wildeshausen war eines der großen Ziele des Arbeitskreises für „Demokratie und Toleranz“, dem der Heimatverein, vertreten durch Peter Heinken, angehört. „Die Bekanntschaft mit Selma Goldstein war für mich das herausragende Ereignis“, sagte Heinken.
Bei Eva-Maria Ameskamp bedankte sich Bernd Oeljeschläger mit einem Blumengruß für ihre Arbeit. An zwei Tagen in der Woche ist sie die Ansprechpartnerin im Historischen Rathaus.
Weitere Themen waren die Öffentlichkeitsarbeit, der Archivraum im Haus Burgberg und die Dokumentation. Dokumentiert werden die Bestände Aufderheide, Panschar, Katasteramt und private Objekte, wie Bücher und Dokumente.
Der Verein hat aktuell 200 Mitglieder. Nach einem Rückgang 2014 konnte die Zahl gesteigert werden. Zu den vier Vortragsveranstaltungen „Geschichte im Rathaus“ kamen insgesamt knapp 200 Zuhörer.
