Schortens - Ein zudringlicher Nachbar, Mobbing im Klassenzimmer, häusliche Gewalt oder Taschengeld-Erpresser auf dem Schulweg: Es ist keine Seltenheit, dass Kinder zu Opfern werden und sich einschüchtern lassen, das Erlebte besser für sich zu behalten. Damit Kinder begreifen, dass sie in Lehrern, Eltern und Polizei Verbündete haben, denen sie sich anvertrauen können, lief an der Grundschule Schortens zum wiederholten Mal das Gewaltpräventionsprojekt „Wir sind ein starkes Team“.
Einen Vormittag lang arbeiteten Kinder der 4. Klasse mit Eltern und Lehrern an richtigen Verhaltensweisen bei Konflikten. „Die Beteiligung der Eltern macht dieses Projekt so besonders, weil damit erst ein Bündnis entstehen kann: Gemeinsam der Gewalt keinen Raum lassen“, sagt Schulsozialarbeiter Markus Gand.
Gemeinsam mit Wiard Wümkes, Präventions-Sachbearbeiter bei der Polizei, und Mediziner Dr. Markus Ennen wurden fiktive Fälle durchexerziert. „Sprechen über Gewalt enttabuisiert sie, erst wenn man potenziellen Opfern zeigt, wer alles als Helfer in Frage kommt, gibt es eine Chance, dass sich Opfer rasch outen und nicht weiter gepeinigt werden“, meint Ennen. „Außerdem sitzen auch Täter in den Schulklassen, so dass denen ebenfalls gleich klar gemacht wird, welche Konsequenzen Gewalt haben wird.“
Durch die Mitarbeit der beiden Grundschulsozialarbeiter wurde zudem eine Verzahnung zwischen Schule und Externen, damit die Hemmschwelle, „Hilfe von außen“ zu holen, möglichst niedrig wird. Das Expertenteam steht über den Projekttag hinaus Kindern, Eltern und Lehrern als Ansprechpartner zur Verfügung. „Wir können wiederum durch unsere Kontakte zu anderen Fachleuten weitere Hilfe dazu holen, so gibt es hinter den Kulissen von Schortens ein Netzwerk gegen Gewalt“. sagt Ennen.
Gewalt wird es weiter geben, aber Opfer stark machen und ihnen zeigen, dass sie nie alleine sind, das ist die Botschaft hinter dem Projekt.
