Harkebrügge - Ein Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung, das ist ein Wunsch, der die Harkebrügger beschäftigt. „Es fehlt da irgendetwas“, sagt Heinz Frerichs von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) Harkebrügge. Ein Ortsvorsteher, wie es ihn bis Ende der 90er Jahre im Ort gegeben hatte, wäre eine Lösung.

Auf Nachfrage teilte die Gemeinde Barßel mit, es habe in den vergangenen 30, 40 Jahren keine Ortsvorsteher in der Gemeinde gegeben. Es handelte sich um Viehzähler, die in inoffizieller Funktion als Bezirksvorsteher tätig waren und nicht von der Gemeinde benannt wurden.

Nach dem Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) habe ein Ortsvorsteher die Belange der Ortschaft gegenüber den Organen der Gemeinde zur Geltung zu bringen und im Interesse einer bürgernahen Verwaltung Hilfsfunktionen für die Gemeindeverwaltung zu erfüllen, teilt Bürgermeister Nils Anhuth mit.

„Aus meiner Sicht werden die im NKomVG genannten allgemeinen Funktionen in der Gemeinde Barßel bereits heute von unseren engagierten Ratsmitgliedern aus den verschiedenen Gemeindeteilen sehr gut abgedeckt“, sagt Anhuth. Sie würden in den Fällen, in denen die Bürger sich nicht direkt beim Rathaus melden mögen, das Bindeglied zwischen Bevölkerung und Gemeindeverwaltung darstellen. Daher bestehe aus seiner Sicht kein Bedarf, eine zusätzliche Instanz zu schaffen. „Politisch war es bisher auch noch kein Thema, dass Ortsvorsteher in der Gemeinde Barßel eingeführt werden sollen“, so Anhuth.

Die Thematik wurde kürzlich im Rahmen einer Veranstaltung zum politischen Aschermittwoch, die von der KAB Harkebrügge organisiert wurde, angesprochen. 50 Teilnehmer kamen ins Pfarrheim Harkebrügge und konnten dem Bürgermeister und Ratsmitgliedern aus Harkebrügge Fragen stellen.

Dort ging es im Kern um die Frage, wie das Dorf der Zukunft unter Berücksichtigung des demografischen Wandels aussieht. Hier spielen unter anderem Faktoren wie Bevölkerungsverlust, Landflucht und ungleiche Lebensverhältnisse eine Rolle, sagt Frerichs. Weiter ging es um die Wahlbeteiligung in Verbindung mit der Politikverdrossenheit. Zudem ging es um die Themen Windkraft, Ferienpark am Harkebrügger See und die geplanten Baugrundstücke in 2018. Angesprochen wurde auch, dass die Straßenpflege und Erhaltungsmaßnahmen im Ort nicht vergessen werden dürften.

Dort kam auch zur Sprache, dass die Landjugend Harkebrügge mit rund 60 aktiven Mitgliedern Räumlichkeiten sucht. „Wir sind noch auf der Suche“, sagt 1. Vorsitzender Franz Westerkamp. Man wünsche sich einen Treffpunkt möglichst in Ortskernnähe.