Osnabrück/Oldenburg - Nicht nur Großunternehmen, auch der niedersächsische Mittelstand profitiert aus Sicht von Ministerpräsident Stephan Weil von der Forschung zur künstlichen Intelligenz im Land. So sorge die Ansiedlung des Deutschen Forschungszentrums für künstliche Intelligenz mit zwei Forschungslaboren in Oldenburg und Osnabrück im vergangenen Jahr dafür, dass gerade auch mittelständische Firmen an anwendungsorientierter Forschung zu Digitalisierung und künstlicher Intelligenz beteiligt werden, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch. „Das Rückgrat der niedersächsischen Wirtschaft ist der Mittelstand“, sagte Weil in Osnabrück. Niedersachsen sei das Mobilitätsland Nummer eins und das Agrarland Nummer eins. Gerade dafür erweise sich künstliche Intelligenz als wichtig, etwa beim umweltgerechten Düngen oder dem autonomen Fahren.

Weil bereist am Mittwoch und Donnerstag Forschungseinrichtungen, Start-ups und Unternehmen im Bereich künstliche Intelligenz in Hannover, Osnabrück und Oldenburg. Das Deutsche Forschungszentrum für künstliche Intelligenz (DFKI) wurde als gemeinnütziges Public-Private Partnership-Unternehmen gegründet und ist zum Beispiel in Bremen, Osnabrück, Oldenburg und Berlin vertreten sowie an einer Außenstelle in St. Wendel. Zu Gesellschaftern gehören Dax-Unternehmen wie Deutsche Telekom oder Volkswagen.

In Niedersachsen stehe aber auch die Zusammenarbeit mit Mittelständlern im Mittelpunkt, sagte Joachim Hertzberg, Standortsprecher des DFKI Niedersachsen. Das übergreifende Forschungsthema sei die „umfassende Umgebungswahrnehmung“. Zu den Projekten gehört etwa die planbasierte Robotersteuerung, zum Beispiel mit dem Ziel eigenständig arbeitender Landmaschinen und fahrerloser Transportsysteme. In Oldenburg arbeitet ein Team an der Erforschung und Entwicklung intelligenter Sensoren, die im Meer und anderen Gewässern Plastikmüll erfassen sollen.