Osternburg - Die Beobachter des Verkehrsausschusses mussten am Montagabend lachen, obwohl sie eigentlich ziemlich verärgert waren: Lediglich 2200 Kraftfahrzeuge am Tag sollen den Sandweg befahren, davon nur etwa zehn Prozent als Durchgangsverkehr. Das jedenfalls sind die Zahlen der Verwaltung. Sie stammen allerdings von einer Zählung aus dem Jahr 2013.

Zweifel daran äußerten nicht nur die Sandweg-Bewohner im Publikum, sondern auch einige Ausschussmitglieder. „Beim Verkehr hat sich in den vergangenen fünf Jahren viel getan“, sagte Christiane Ratjen-Damerau (FDP). Stadtbaurätin Gabriele Nießen reagierte auf die Kritik mit dem Versprechen, eine neue Zählung durchzuführen.

Ausbau Bremer Heerstraße

Über den Ausbau der Bremer Heerstraße im Bereich vom Dählmannsweg bis zum Herrenweg informiert das Amt für Verkehr und Straßenbau in einer Bürgerinformation. Sie findet statt am Montag, 5. November, ab 18 Uhr in der Aula der Cäcilienschule, Haarenufer 11.

Daneben versuchten Verwaltung und Planer die Befürchtungen zu zerstreuen, der Sandweg solle zum Alternativ-Autobahnzubringer ausgebaut werden. Wie Stefan Weise vom beauftragten Ingenieurbüro darlegte, soll es bei Tempo 30 bleiben. Die Fahrbahn soll, so die Vorplanung für den Abschnitt vom Müllerweg bis Drielaker Heide, von jetzt vier bis fünf Metern auf sechs Meter verbreitert werden. Daneben ist ein 2,50 Meter einseitiger Gehweg geplant. Verschwenkungen und Einengungen sind Vorgesehen, vor allem, um einige Bäume zu erhalten. Dennoch müssen viele gefällt werden. 40 sind durch den Bebauungsplan geschützt. Von rund 100 weiteren, als schützenswert eingestuften Bäumen, können nur 30 bis 40 stehen bleiben, so Weise.

Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr verteidigte indes das Vorgehen, die Straße bestmöglich auszubauen und damit auch die bisherige Fünf-Tonnen-Begrenzung für Fahrzeuge obsolet zu machen. Man müsse verantwortlich für die Zukunft bauen. Die Politik forderte dennoch, Gewichtsbegrenzungen und Durchfahrtsverbote für Lastwagen zumindest auf Rechtmäßigkeit zu prüfen. Nießen sagte dies zu, „auch wenn das natürlich Begehrlichkeiten in anderen Straßen weckt.“

Zeit zum Prüfen bleibt weiterhin genug. Denn die Verwaltung hat vor dem Sandweg den Ausbau der Bremer Heerstraße in 2019 und 2020 vorgesehen.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)