Hannover - Gut vier Wochen vor dem Landesparteitag stehen bei der niedersächsischen Linkspartei zwei Kandidaten für den Landesvorsitz bereit: Franziska Junker (59), Kommunalpolitikerin aus der Samtgemeinde Hesel (Kreis Leer), sowie Thorben Peters (35), Linken-Kreisvorsitzender in Lüneburg, möchten die Nachfolge des Führungsduos Heidi Reichinnek (Osnabrück) und Lars Leopold (Hildesheim) antreten. Junker, eine engagierte Einzelhandelskauffrau und Gewerkschafterin, hatte bereits die Spitzenkandidatur ihrer Partei zur Landtagswahl im Herbst 2022 angestrebt. Sie musste allerdings damals Jessica Kaußen aus Laatzen den Vortritt lassen.
Der gut 70 Mitglieder starke Landesausschuss der Linkspartei arbeitete am Wochenende die Wahlniederlage auf. Mit 2,7 Prozent hat die Linke erneut den Sprung ins Leineschloss verpasst. Bereits im Vorfeld hatten prominente Parteimitglieder, darunter der Oldenburger Rechtsanwalt Hans-Henning Adler, die Wahlschlappe analysiert. Es fehle an bekannten Persönlichkeiten mit landespolitischem Profil, Wissen und Kompetenzen, meinte beispielsweise Thomas Goes, Sprecher der Linkspartei im Kreisverband Göttingen. „Wir müssen die linken Milieus aktiver Gewerkschafter, Klimabewegter oder Antifaschisten unbedingt begeistern, weil wir ohne sie nicht können.“ Der Landesausschuss diskutierte den Entwurf des Leitantrags, der beim Linken-Parteitag am 11. und 12. März in Hannover verabschiedet werden soll.
Junker, die auch für den Landtag kandidiert hatte, werden nach Angaben von Parteisprecher Paul Wellsow gute Chancen bei der Wahl zur Vorsitzenden eingeräumt. Auch dem Sozialpädagogen Peters, Leiter der Obdachlosenunterkunft „Herberge plus“ in Lüneburg, gilt in der Partei als bestens vernetzt.
