P - Überlebende des blutigen El-Kaida-Attentats auf der tunesischen Ferieninsel Djerba haben sich erleichtert über das Pariser Urteil gegen den Deutschen Christian Ganczarski gezeigt. Der 42-Jährige war am Donnerstagabend von einem französischen Schwurgericht zu 18 Jahren Haft verurteilt worden.
„Das gibt mir die Möglichkeit, das Ganze abzuschließen“, sagte ein beim Anschlag schwer verletzter 52-Jähriger aus Schleswig-Holstein am Freitag. Es sei gut, dass das französische Gericht die Mitschuld des Deutschen eindeutig festgestellt habe. Der Ingenieur hatte beim Attentat im Frühjahr 2002 seine Lebensgefährtin verloren. Sein Sohn wurde – wie er selbst – schwer verletzt.
Auch französische Opfer zeigten sich zufrieden mit der Entscheidung der Richter. „Die Gerechtigkeit hat gesiegt“, sagte eine Nebenklägerin nach der Urteilsverkündung.
Das Pariser Gericht hatte es am Donnerstag als erwiesen angesehen, dass Ganczarski als El-Kaida-Mitglied an der Planung des für 21 Menschen tödlichen Anschlags beteiligt war. Bei dem Attentat waren auch 14 deutsche Touristen ums Leben gekommen. Zusammen mit Ganczarski war der Bruder des tunesischen Selbstmordattentäters Nizar Nawar angeklagt. Ihn verurteilte das Gericht zu zwölf Jahren Haft.
Ganczarskis Anwalt Sebastien Bono kündigte an, vermutlich in Berufung zu gehen. Das Urteil sei nicht akzeptabel und nicht nachvollziehbar. Der 1986 zum Islam konvertierte Ganczarski sitzt bereits seit mehr als fünfeinhalb Jahren in Frankreich in Untersuchungshaft.
