Nordenham - Bei der Suche nach wirksamen Mitteln gegen Krähenlärm in Nordenham verweist die SPD-Stadtratsfraktion auf das Beispiel der Stadt Elmshorn. Elmshorn habe in einem Pilotprojekt zur Eindämmung der Krähen-Population eine völlig neue akustische Methode zur Vergrämung (Verscheuchung oder Vertreibung) erfolgreich angewendet. Durch aufgezeichnete Panikschreie von Artgenossen sowie Rufe von Greifvögeln, die über Lautsprecher verbreitet werden, würden dort Saatkrähen dauerhaft verscheucht.

Wie stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender Uwe Thöle in einer Pressemitteilung erläutert, reagieren die in Kolonien brütenden Krähen auf diese Panikschreie und ergreifen die Flucht. „Die Vogelschreie müssen in willkürlichen Intervallen abgespielt werden, so dass kein Gewöhnungseffekt wie bei einer Krähenklatsche entstehen kann.“

Die Kosten für eine solche Lautsprecheranlage belaufen sich nach Erkenntnissen der SPD-Stadtratsfraktion auf etwa 3000 Euro.

Diese Vergrämung habe allerdings zur Folge, dass die Krähen sich an einem anderen Ort niederlassen. Daher sei es notwendig, so Uwe Thöle, die Krähen an solchen Orten bei Wohngebieten, Schulen und Kindergärten zu vertreiben, wo neben Lärmbelästigung auch gesundheitliche Gefahren durch Verkotung drohten. Diese gesundheitlichen Gefahren dürften vor allem an den Gateteichen und am Plaatweg gegeben sein. Den Friedeburgpark und den Ilseplatz nennt die SPD-Fraktion nicht.

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Der Vize-Fraktionsvorsitzende der SPD schränkt ein: „Allerdings muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Krähen in der Tat nur ’vergrämt’, das heißt vertrieben werden und sich an anderen Stellen niederlassen. Da die Krähen unter Naturschutz stehen, ist eine Bejagung nicht zulässig.“

Die SPD-Stadtratsfraktion hat bei ihren Recherchen in Sachen Krähenlärm auch festgestellt, „dass dieses Phänomen in fast allen Städten im Bundesgebiet auftritt und auf unterschiedlichste Weise bekämpft wird.“

In Jever seien sogenannte Krähenklatschen installiert worden. In anderen Städten seien Baumkronen zurückgeschnitten beziehungsweise Nester entfernt worden. Die konventionellen Vergrämungsmethoden seien bislang aber wenig erfolgreich gewesen.

  Der Umweltausschuss des Stadtrates berät in seiner Sitzung am Mittwoch, 23. September, im Ratssaal über das Ergebnis der Immissionsmessungen in der Nachbarschaft von Rabenkolonien im Stadtgebiet. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr.

  Die SPD-Fraktion bittet die Stadtverwaltung, mit dem zuständigen Fachamt in Elmshorn Kontakt aufzunehmen. Für die Anwendung der akustischen Vergrämungsmethode ist nach Einschätzung der SPD-Fraktion eine Ausnahmegenehmigung der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Wesermarsch erforderlich.