Nicht nur die Union ringt derzeit um ein geschlossenes Auftreten. Der designierte Koalitionspartner SPD ist mit Macht dabei, den Schwung aus dem überraschend positiv gestalteten Wahlausgang leichtfertig zu verspielen. Der Krach um die geplante Besetzung des Generalsekretär-Postens wirft ein grelles Licht auf die zuletzt geschickt bemäntelten Richtungsstreitigkeiten.
Parteichef Franz Müntefering will mit seinem Vorschlag, den amtierenden Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel zum Benneter-Nachfolger zu küren, nicht nur einen engen Vertrauten um sich wissen, sondern auch einen Garanten für Pragmatismus. Wasserhövel, zuletzt verantwortlich für den Wahlkampf, zählt zu den Hoffnungsträgern der Partei. Andrea Nahles glänzte dagegen bisher mehr durch flotte Sprüche als durch Erfolge. Ihre ökonomischen Vorstellungen liegen nahe bei denen Oskar Lafontaines, der einst zu ihren Förderern zählte.
Scheitert Parteichef Müntefering mit seinem Vorschlag, ist der Vizekanzler in spe in den eigenen Reihen bereits vor Amtsantritt weitgehend entmachtet.
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