Ihr Aufstieg war rasant. Jetzt hat sich Oskar Lafontaines Linke mit den Mühen der Ebene auseinanderzusetzen. Nur Protestpartei sein zu wollen, wird ihr zum Überleben auf Dauer nicht reichen.
Entgegen allen Erwartungen profitiert die Linke nicht von der Verunsicherung vieler in Zeiten der Wirtschaftskrise. Statt dessen stagniert die gerade einmal zwei Jahre alte Fusionspartei. Die Zeit immer neuer Umfragerekorde scheint erst einmal vorüber zu sein.
Der Berliner Wahlparteitag war wohl nicht das Ende der Grabenkämpfe. Mag man auch einige Kompromissformeln gefunden haben: Die innerparteilichen Differenzen hinsichtlich Kurs und Programm bleiben bestehen. Die Linke mit ihren vielen Egoismen ist ein fragiles Gebilde.
Mag in den Ländern, in denen dieses Jahr gewählt wird, auch vieles auf neue rot-rote Koalitionen hindeuten. Im Bund allerdings scheint das wenig realistisch. Wer noch zweifelt, sollte mal das Wahlprogramm von Lafontaine & Co. studieren.
Das hat mit pragmatischer Politik wenig zu tun.
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