Ganderkesee - Ein Leben ohne Handy: Das ist für die meisten Jugendlichen offenbar unvorstellbar. Bei einer Befragung des Forsa-Instituts gaben fast zwei Drittel der 14- bis 19-Jährigen an, dass sie lieber auf das Fernsehen verzichten würden als eine Woche auf ihr Smartphone. Der hohe Stellenwert des ständigen Begleiters zwingt auch die Schulen in der Gemeinde Ganderkesee dazu, sich mit dem Thema Handy-Nutzung auseinanderzusetzen.
In der Oberschule an der Ellerbäke in Bookholzberg herrscht seit 2006 striktes Handyverbot. „Die Wahrung der Menschenwürde sowie die Abwehr von Gewalt macht diese Entscheidung erforderlich.“, heißt es in der Begründung. Dieses Verbot schließt auch MP3-Player mit ein. Die ständige Zunahme der Darstellung von Gewalt oder gewaltverherrlichenden Fotos auf Handys sowie das Hören von Musik radikaler Gruppierungen wurden in einer Schulkonferenz ausführlich besprochen. Lehrkräfte sowie Eltern- und Schülervertreter beschlossen dann einstimmig die Verbannung das Handys vom Schulgelände. Eine Pausengestaltung sei auch ohne diese Geräte möglich, heißt es aus Bookholzberg.
Ähnlich sieht das die Förderschule am Habbrügger Weg. Handys werden auch hier nicht gern gesehen. „Es besteht zwar kein offizielles Verbot. Ziel ist aber, die Handynutzung möglichst gering zu halten, vor allem in den Pausen“, erklärt Schulleiter Rainer Müller. Hier stehe das Miteinander der Schüler im Vordergrund. „Wenn jeder mit seinem Handy in der Ecke sitzt, verhindert das die Kommunikation. Deshalb begrüßen wir es, wenn das Handy ausgeschaltet bleibt und möglichst nicht sichtbar ist.“
Etwas liberaler wird das Thema am Gymnasium Ganderkesee gehandhabt. Dort heißt es in der Schulordnung: „Die Nutzung elektronischer Geräte gehört heute zum Alltag und soll deshalb auch in der Schule nicht vollständig untersagt werden.“ Hier wird an die Vernunft der Schüler appelliert, die ihr Handy in den Pausen nach eigenem Ermessen benutzen dürfen, solange sich andere Schüler nicht gestört fühlen oder ihre Persönlichkeitsrechte in irgendeiner Art und Weise verletzt werden. Gleichzeitig ist das Thema Handy und der Umgang mit Neuen Medien fest im Lehrplan des Gymnasiums verankert.
Ein Einzelfall bleibt die Nutzung des Handys vorerst noch an den Ganderkeseer Grundschulen. Hier würden nur einige wenige Eltern ihren Kindern ein Handy zur Sicherheit oder für den Schulweg mitgeben erklärt Rita Wieneke, Schulleiterin der Grundschule Lange Straße in Ganderkesee.
