PEKING/BERLIN - PEKING/BERLIN/DPA/AFP - Ein Chinese, der in einem ARD-Bericht über unzureichende Entschädigung beim Bau des Drei-Schluchten-Damms geklagt hatte, ist verprügelt und lebensgefährlich verletzt worden. Fu Xiancai wird nach Angaben seiner Familie gelähmt bleiben, weil seine Wirbelsäule am Hals angebrochen ist.

Das Auswärtige Amt in Berlin verlangte nach dem brutalen Übergriff auf den Interview-Partner der ARD rasche Aufklärung.

Der Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Jobst Plog, protestierte schriftlich beim chinesischen Botschafter in Berlin. „Es steht außer Zweifel, dass der Überfall ein Racheakt unter anderem wegen seiner Äußerungen im deutschen Fernsehen war.“ Die Sprecherin des Außenministeriums in Peking sagte: „Die Details des Falles sind mir nicht klar.“

In dem ARD-Bericht am 19. Mai hatte Fu Xiancai beklagt, er habe wie viele andere nicht die versprochene Entschädigung für die Umsiedlung bekommen. „Ich war 15-mal in Peking, um mich bei der Zentralregierung zu beschweren, über 50-mal bei der Orts- und Provinzverwaltung. Nie wurde mir geholfen. Im Gegenteil: Ich wurde bedroht und geschlagen.“

Wegen der Äußerungen war Fu Xiancai am 8. Juni von der Polizei im Kreis Zigui (Provinz Hubei) verhört und verwarnt worden. Auf dem Rückweg schlug ihn dann ein Angreifer mit einem schweren Objekt von hinten brutal nieder.