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NWZonline.de Nachrichten Politik Namen

Der Konkursverwalter der DDR  wird 80 Jahre alt

29.02.2020

Berlin Lothar de Maizière kann nicht aufhören. Der erste frei gewählte und zugleich letzte DDR-Ministerpräsident arbeitet weiter als Rechtsanwalt in Berlin. Die Arbeit mache ihm Spaß, sagt er. Der Mann, der die Ostdeutschen in die Einheit führte, wird am 2. März 80 Jahre alt.

De Maizière hat viele Facetten: Kritischer Feingeist, langjähriges CDU-Mitglied, Hobby-Musiker, Familienmensch, Boulettenliebhaber, Hundefreund. Dass er nur ein halbes Jahr in der Politik entscheidend mitmischte, bedauert der Mann der nachdenklichen Töne nicht. Der Rechtsanwalt meint: Wer lange in führender Position sei, bei dem stelle sich ein gewisser Realitätsverlust ein. Das habe man bei SED-Chef Erich Honecker und auch bei Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) gesehen.

Über Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die bei de Maizière einst Vize-Regierungssprecherin war, sagt er, sie sei nicht mehr viel Kritik gewohnt.

De Maizière wurde DDR-Ministerpräsident, nachdem im März 1990 überraschend die Allianz für Deutschland mit der Ost-CDU an der Spitze die Wahlen zur Volkskammer gewonnen hatte. Der Ostdeutsche ohne politische Erfahrung verhandelte mit Michail Gorbatschow und erklärte dem sowjetischen Staatsmann, er komme nicht zum Befehlsempfang. Er trank mit Margaret Thatcher Tee und war zu Besuch im Weißen Haus. Er war überzeugt, dass es keine Alternative zur Einheit gab. Dass im Dezember 1990 nicht ein „Erster gesamtdeutscher Bundestag“ gewählt wurde, wie er es als Symbol für die Wiedervereinigung vorgeschlagen habe, sieht de Maizière bis heute als Fehler.

Thomas de Maizière, früherer CDU-Innenminister, ist der Cousin Lothar de Maizières. Die Kontakte seien auch während der Teilung nie abgerissen, „Thomas war die Schaltstelle im Westen, ich im Osten.“ Die jährlichen Familientreffen mit Rede und Diskussion gebe es bis heute, erzählt Lothar de Maizière.

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