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Burkhard Hirsch ist tot: Ein Liberaler aus ganzem Herzen

13.03.2020

Bis zuletzt hat sich Burkhard Hirsch gegen staatliche Eingriffe in die Privatsphäre gewehrt – sei es beim großen Lauschangriff oder bei der Vorratsdatenspeicherung. Noch im August 2019 sagte er in der „Süddeutschen Zeitung“: „Jedermann wird zum gläsernen Bürger.“ Recht hat er, aber hören will das heute keiner mehr. Zu lukrativ ist das Datengeschäft für Google und Co. Am Mittwoch starb Hirsch im Alter von 89 Jahren.

Einer der größten Erfolge des Bürgerrechtlers, der er immer blieb, war die Verfassungsbeschwerde gegen das Luftsicherheitsgesetz von Rot/Grün, die er mit seinem Freund Gerhart Baum anstrengte. Das Gesetz erlaubte im Fall einer Flugzeugentführung durch Terroristen den militärischen Abschuss, und nahm damit die Tötung unschuldiger Menschen in Kauf. Karlsruhe gab den Klägern 2006 recht.

Tief in seinem Herzen war Burkhard Hirsch zeitlebens hin und her gerissen zwischen Ost und West. Und das bestimmte nicht unwesentlich sein politisches Leben. „Ich bin (am 29. Mai) 1930 in Magdeburg geboren, aber in Halle aufgewachsen.“ Wenn er heute durch Halle oder Magdeburg fahre, gehe ihm das an die Nieren. Dann frage er sich: „Wo gehörst du eigentlich hin“, sagte er noch vor Kurzem.

Hirsch gehörte zur „mitteldeutschen Fraktion“ in der FDP um den Hallenser Hans-Dietrich Genscher und den Dresdner Gerhart Baum. Sie standen nach dem Krieg der Westbindung Adenauerscher Prägung nicht ablehnend, aber skeptisch gegenüber.

Wenige Jahre vor Hirschs Tod gaben die beiden Alt-Liberalen eine Art Interview-Buch heraus – „Der Baum und der Hirsch“ (2016) –, in dem sie ihr politisches Leben bilanzierten. Konrad Adenauer „wollte mit allen Mitteln sein Westdeutschland vor der kommunistischen Flut retten. Die deutsche Einheit war für ihn dabei sekundär. Er schrieb uns Mitteldeutsche auf Jahre ab. Ich konnte den Mann nicht ausstehen“, sagte Hirsch.

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