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NWZonline.de Nachrichten Politik Namen

„Die Probleme werden bleiben“

19.03.2019

Monatelang wurde hinter vorgehaltener Hand über eine mögliche Fusion der beiden deutschen Geldhäuser Deutsche Bank und Commerzbank gesprochen – nun wurde dieser Wunsch auch offiziell kommuniziert.

Prof. Dr. Stefan Janßen, Bankenexperte von der Jade Hochschule in Wilhelmshaven, hält eine Fusion für einen großen Fehler. „Dabei wird aus zwei schwachen Großbanken bestenfalls ein Scheinriese. Die Fusion wäre weder für die beiden Institute gut, noch für Deutschland. Im Ergebnis haben wir dann ein Institut, das eigentlich aus Deutscher Bank, Commerzbank, Dresdner Bank und Postbank besteht, allerdings gut die Hälfte dieser Häuser weggeschrumpft hat und gleichzeitig noch immer an der Komplexität dieser Funktionen knabbert“, sagte er.

Prof. Dr. Jörg Prokop, Bankenexperte von der Universität Oldenburg, erklärte: „Ob eine Fusion für die beiden Institute aus betriebswirtschaftlicher Sicht tatsächlich Sinn ergibt, lässt sich zurzeit von außen kaum beurteilen. Dafür müsste man genauer wissen, welche Ziele mit dem Zusammenschluss verfolgt werden sollen und wie die Umsetzung im Detail erfolgen kann. Sicherlich gibt es gewisse Synergiepotenziale, aber eine Fusion ist immer auch ein aufwendiger und höchst komplexer Prozess.“

Janßen sieht es ähnlich: „Komplizierte Unternehmensstrukturen, unterschiedliche Unternehmenskulturen und eine Vielzahl von Mitarbeitern mit sich dann überschneidenden Aufgaben müssen zusammengeführt werden. Beide Häuser müssten in beträchtlichem Ausmaß Stellen abbauen, um Synergieeffekte zu realisieren. Das führt zu großer Unruhe bei Mitarbeitern und Kunden. So würde es in Oldenburg sicherlich nicht länger die Filialen der Deutschen Bank und der Commerzbank geben, sondern eine davon müsste schließen. Der Fokus auf die Kunden wird zunächst verloren gehen, weil die Banken sich mit sich selbst beschäftigen.“ Außerdem bekämen die Banken durch die Fusion kein neues Eigenkapital, sondern sie legen nur ihr bestehendes Eigenkapital zusammen.

Nach Bilanzsumme wäre ein fusioniertes Institut vermutlich eines der zehn bis zwölf größten weltweit, erklärte Prokop. „Vorteile einer Fusion mögen manche darin sehen, dass sie die Möglichkeit bietet, bestehende Unternehmensstrukturen und -strategien konsequenter zu reformieren, als dies den beiden Instituten ohne Fusion von innen heraus möglich wäre“, erklärte Prokop. Ob sich der Aufwand auch vor dem Hintergrund der ungewissen Erfolgsaussichten lohnt, bleibe abzuwarten. Eines ist für Janßen schon sicher: „Für das neue Institut gibt es natürlich einen großen Vorteil. Es wäre so groß, so wichtig und so schwer zu ersetzen, dass es in der nächsten Krise mit einer Rettung durch Steuergelder rechnen kann.“

Sabrina Wendt Redakteurin / Wirtschaftsredaktion
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