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Stephan Kohn

23.04.2018

Wiesbaden Andrea Nahles oder Simone Lange? Eine Frau für die SPD-Spitze? Will Stephan Kohn nicht. Der 55-Jährige aus Berlin will selbst Parteichef werden. Beim SPD-Sonderparteitag in Wiesbaden versucht Kohn am Sonntagvormittag, sich noch kurzfristig als Kandidat ins Rennen zu bringen. Wer das tun will, muss 50 Delegierte hinter sich bringen. Und so postiert sich Kohn mit einer Unterschriftenliste vor dem Haupteingang der Kongresshalle. Dort sitzt er auf einer Treppe und wartet. Ein unscheinbarer Mann in Jeans und kariertem Hemd, still und leise.

Ein charismatischer Auftritt ist seine Sache nicht. „Wir brauchen keine charismatische Führungspersönlichkeit“, sagt er. „Wir brauchen jemanden, der das Handwerk eines Erneuerungsprozesses versteht. Und Andrea Nahles kann das nicht.“ Der Prozess stehe im Vordergrund, nicht die Personen. Und überhaupt: Nahles sei ein „Sargnagel“ für die SPD. „Sie wird den Erneuerungsprozess vor die Wand fahren“, schimpft Kohn. „Das wird sehr schnell gehen. Und das ist auch gut. Denn dann sind wir sie los.“

Kohn ist Referent im Bundesinnenministerium, zuständig für den Katastrophenschutz, verheiratet, Vater von drei Kindern. Seit 28 Jahren ist er in der SPD, ein richtiges Amt hatte er noch nicht in der Partei. Der Bundesvorsitz wäre quasi der erste Posten – so ist zumindest sein Plan.

Aber so richtig gut läuft es nicht für Kohn. Kurz vor dem Start des Parteitags liegt die Zahl der gesammelten Unterschriften bei: null. Warum macht er denn keine Werbung für sich bei den ankommenden Delegierten? „Ich mache mir nichts vor. Ich muss hier nicht agitieren.“

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