Wardenburg - Ein Ortsmitte hatte Raumplaner Diedrich Janssen in Achternmeer gesucht. Gefunden hatte er stattdessen Kleinsiedlungsstrukturen, die für einzelne Siedlungsphasen in der Geschichte des Ortes stehen. „Man spürt den Ort nicht“, so sein Fazit. Die Entwicklung von Bauflächen in zentraler Lage stellte er daher als ein mögliches Ziel dem Ausschuss für Planung und Entwicklung am Mittwochabend vor.
Diskutiert wurde ein neuer Flächennutzungsplan für Achternmeer, mit dem gesteuert werden soll, was wo in den kommenden Jahren oder gar Jahrzehnten gebaut werden kann. Sein Vorschlag folgte dem Prinzip der „kompakten Ortschaft“ mit priorisierten Bauflächen vor allem im Bereich Alter Dorfweg.
Platz für Kultur
Die Verwaltung schrieb von Einvernehmen mit der Arbeitsgruppe Ortsentwicklung des Bürgervereins Achternmeer. Die Gruppe unterstrich in der Sitzung aber Forderungen. Demnach soll die Grünfläche hinter dem Dorfgemeinschaftshaus erhalten bleiben und mit der Fläche des Hofs Lange als Gemeindebedarfsfläche für soziale und kulturelle Zwecke in den Plan aufgenommen werden.
Sehr offen für diese Vorschläge zeigte sich die Politik. Insofern waren einige Vertreter mindestens irritiert, dass unter dem nächsten Tagesordnungspunkt bereits der Antrag für ein Bauleitverfahren des Unternehmens Kuhlmann aus Oldenburg für eben jenen Hof Lange zu finden war – mit positivem Beschlussvorschlag der Verwaltung für eine Wohnbebauung.
„Hier werden Fakten geschaffen“, kritisierte Eckhardt Hildebrandt (Freie Wähler). Der Beschluss über den Flächennutzungsplan und damit zugleich der Antrag des Investors wurde mit großer Mehrheit zurückgestellt. Die FDP werde die Ideen der Arbeitsgruppe als Anträge zur Diskussion stellen, kündigte Ratsherr Frank Freese an.
Schlechte Stimmung gab es zudem bei der Diskussion über ein Grundstück zwischen Diedrich-Dannemann-Straße und Küstenkanal in Hundsmühlen. Die Verwaltung schlug die Umwidmung der Grünfläche für Wohnbebauung vor, weil für Alternativen der Platz fehle. Ein Schreiben aus der Anwohnerschaft sprach sich allerdings für den Bau eines Spielplatzes aus.
Spielplatz oder Wohnen
Auch die Politik verwies darauf, dass ein Spielplatz im städtebaulichen Vertrag mit dem Investor des Wohngebiets vorgesehen sei. Doch dieser Passus sei mit der Ausweisung als Grünfläche verwirkt, entgegnete Bürgermeisterin Martina Noske zur Entrüstung einiger Ausschussmitglieder. Konsequenz: Der Ausschuss lehnte eine Bebauung ab und forderte eine Bürgerbeteiligung.
