Ganderkesee - Unstrittig war für den Ganderkeseer Sozialausschuss am Donnerstagabend die Notwendigkeit einer weiteren Kindertagesstätte für den Kernort. Nicht nur durch den Zuzug von Flüchtlingen, sondern auch durch die Neubaugebiete steige der Betreuungsbedarf im Kindergartenjahr 2017, machte Erster Gemeinderat Rainer Lange deutlich.
Die Verwaltung favorisiert als Standort für einen Neubau eine 5000 Quadratmeter große Fläche im Plangebiet „Urneburger Feld/südlich Oldenburger Straße“ (die NWZ berichtete). Eine Bauleitplanung für das Gebiet steht laut Lange aktuell noch aus, da noch Verhandlungen zum Grunderwerb zu führen seien. Die Verzögerung wiederum führe möglicherweise zu Schwierigkeiten bei der Finanzierung des geplanten Kita-Neubaus. Für die Einrichtung einer weiteren Krippengruppe würde die Gemeinde eine Förderung erhalten – jedoch nur, wenn die Bauarbeiten bis zum Ende des Jahres 2017 abgeschlossen wären. Lange geht davon aus, dass der Bebauungsplan in einem Jahr, spätestens aber im Sommer 2017 vorliege.
Fraktionsübergreifenden Zuspruch erntete die Verwaltung auch für den vorgeschlagenen Standort. Christian Marbach (UWG/Marbach) sprach von einer Chance, „eine moderne Kindertagesstätte aus einem Guss“ zu schaffen, statt an bestehenden Einrichtungen „anzuflicken“. Durch den Neubau bestehe zudem die Möglichkeit, eine inklusive Einrichtungen ohne Kompromisse zu verwirklichen. Auch Elke Bothe (Freie Wähler) forderte: „Nicht kleckern, sondern klotzen!“
Marion Daniel (FDP) fragte nach einem „Plan B“ der Verwaltung, für den Fall, dass auch in einem Jahr noch kein Bebauungsplan vorliege. Den gebe es nicht, so Rainer Lange. Ohnehin sei mit einem Start der neuen Kita am 1. August 2017 noch nicht zu rechnen. Gegebenenfalls müsse auf eine mobile Lösung zurückgegriffen werden.
Der Ausschuss sprach sich einstimmig dafür aus, für eine dreizügige Kindertageseinrichtung am Standort „Urneburger Feld“ eine Vorentwurfsplanung einschließlich Kostenschätzung in Auftrag zu geben. Auch die Kosten für einen Bau im Passivhausstandard sollen ermittelt werden. Letzteres hatten die Grünen beantragt.
