Oldenburg - Die islamkritische Pegida-Bewegung plant für Montag, 30. März, eine weitere Veranstaltung in der Stadt. Einen Spaziergang, wie es der Oldenburger Ableger Olgida noch am Freitag auf Facebook ankündigte, wird es allerdings nicht geben. Nach Auskunft von Stadtverwaltung und Polizei erhielt der Veranstalter eine Genehmigung für eine Kundgebung in der Zeit von 19 bis 20.30 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz – ebenso wie am 16. März. Verkehrsteilnehmer müssen daher am Montagabend in dem Bereich mit Behinderungen rechnen. Busse werden voraussichtlich ab 18 Uhr umgeleitet.

Auch diesmal meldete der frühere Kreisvorsitzende der „Alternative für Deutschland“ (AfD), Christian Pothin aus Wildeshausen, die Kundgebung an. Diesmal hat er die erwartete Teilnehmerzahl deutlich geringer angesetzt. Er geht nur noch von bis zu 60 Besuchern aus.

Vor zwei Wochen hatte die Veranstaltung einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Etwa 150 Beamte der Bereitschafts- und Bundespolizei waren rund um den Bahnhof postiert, um die Kundgebung (u. a. mit dem Münchner Rechtspopulisten Michael Stürzenberger) zu schützen. Unter den rund 60 Pegida-Anhängern befanden sich Neonazis und Hooligans aus Wilhelmshaven und Vechta. Die mehr als 550 Gegendemonstranten sorgten mit Trillerpfeifen, Trommeln und Presslufthupen für einen ohrenbetäubenden Lärm.

Zu den Gegenveranstaltungen am 16. März hatten SPD, die Ev.-luth. Kirche, der kurdische FC Medya und der Verein Integration aufgerufen. Deren Vertreter nahmen am vergangenen Sonnabend auch an der großen Demonstration (rund 1500 Teilnehmer) gegen Rassismus teil. Ein breit aufgestelltes Bündnis aus unterschiedlichen Gruppen und Initiativen setzte ein Zeichen „für eine solidarische Gesellschaft“ (NWZ  berichtete).

Für kommenden Montag liegen der Stadtverwaltung noch keine Anmeldungen für Gegendemonstrationen vor. Allerdings wollen Linksautonome, die ihre Aktionen nicht offiziell anmelden, bereits um 18 Uhr zur Post neben dem Hauptbahnhof kommen. Die Polizei stellt sich daher wieder auf einen Großeinsatz ein.