„Polizei verstärkt die Fahrradkontrollen“ (NWZ  vom 27. November)

Jedes Jahr zu Beginn der dunklen Jahreszeit stets die gleiche Litanei: Ein nicht unerheblicher Prozentsatz der Fahrradfahrer fährt ohne bzw. mit defekter Beleuchtung, die Polizei ist wieder einmal höchst besorgt und will umgehend mit verstärkten Kontrollen reagieren. Nur – wie sehen diese Kontrollen aus? Eine Beleuchtungskontrollstelle der Polizei erkennt man ohne Probleme aus 100 Meter Entfernung.

Man braucht dann als unbeleuchteter Radler nur rechtzeitig abzusteigen, das Fahrrad weiterzuschieben und auf eine eventuelle Nachfrage der Beamten zu erklären, man habe diesen Mangel soeben erst bemerkt habe. Schon ist man raus aus dem Schneider. Aus Streifenwagen heraus passiert nach meinen Beobachtungen in der Regel herzlich wenig.

Beispiel: Im vergangenen Winter fuhr ich in den Abendstunden mit dem Auto zufällig über eine längere Strecke einer Polizeistreife hinterher, die gemütlich – also keineswegs im Einsatz – durch das Stadtgebiet tuckerte.

Auf dieser Wegstecke begegneten uns Dutzende von unbeleuchteten Fahrradfahrern, aber es erfolgte keinerlei Reaktion der Streifenbeamten vor mir.

Es war – zugegebenermaßen – ein sehr kalter Wintertag, aber wenn man schon keine Lust verspürt, (...) sollte man doch am besten gleich auf dem warmen Revier bleiben und dem Steuerzahler die Kosten solcher sinnlosen „Ausflüge“ ersparen.

Ulrich Barr Oldenburg