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NWZonline.de Nachrichten Politik

KRIMINALITÄT: Polizisten ermitteln im Europaparlament

14.10.2005

BRüSSEL

Redaktion Brüssel BRÜSSEL - Die belgische Polizei hat mit Spekulationen über die mögliche Verwicklung eines deutschen Europaabgeordneten in einen Entführungsfall für erhebliche Unruhe im Brüsseler Abgeordnetenhaus gesorgt. Der Chef der Brüsseler Kriminalpolizei Glenn Audenaert äußerte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz die „Arbeitshypothese“, dass ein Parlamentarier, der in Deutschland ein wichtiger Geschäftsmann türkischer Abstammung sei, in einen Zusammenhang mit einer Geiselnahme gebracht werden könnte. Da diese Beschreibung auf den SPD-Neupolitiker Vural Öger passt, fand der Gründer des Reiseunternehmens „Öger-Tours“ keine ruhige Minute mehr.

In einem Telefonat mit seiner SPD-Gruppe im Europaparlament habe Öger die Vorwürfe bestritten und geradezu entsetzt auf die an „Rufmord“ grenzenden Spekulationen reagiert, hieß es bei Vertrauten in Brüssel. Der 63-Jährige wollte eine Geschäftsreise in der Türkei umgehend abbrechen und den Vorgang mit den belgischen Behörden klären. Um gegen Europaabgeordnete formell ermitteln zu können, muss die Justiz zunächst bei EU- Parlamentspräsident Josep Borrell die Aufhebung der Immunität beantragen.

Ende September soll ein 45-jähriger Geschäftsführer einer Reiseagentur in Belgien von vier vermummten Männern in seiner Wohnung überwältigt und in ein Ferienhaus verschleppt worden sein. Nach einer Woche soll man ihn wieder unversehrt im Zentrum Brüssels auf freien Fuß gesetzt haben. Von einer Lösegeldzahlung wurde bislang nichts bekannt.

Ögers Pech ist offenbar, dass er das Opfer gekannt haben soll.

Von einer früheren Geschäftsbeziehung ist die Rede, in der Öger 1997 auf Forderungen in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro „sitzen geblieben“ sei, weil der andere damals Konkurs habe anmelden müssen. Der als wohlhabend geltende Öger soll das Geld jedoch längst abgeschrieben haben.

Einer der mutmaßlichen Entführer soll dem deutschen Abgeordneten seit einem Essenstermin vor einigen Monaten an der Brüsseler „Place Luxembourg“ ebenfalls bekannt sein.

Im Europaparlament geht man davon aus, dass Öger „Opfer eines dummen Zufalls“ geworden sei. Der elegante Unternehmer war im vergangenen Jahr maßgeblich auf Betreiben des damaligen SPD-Generalsekretärs Olaf Scholz zur Übernahme eines Mandats in Brüssel bewegt worden. Man wollte einen prominenten Seiteneinsteiger fördern, der qua Biografie internationales Flair verströmt.

Bei altgedienten Sozialdemokraten wird mittlerweile anerkennend registriert, dass sich der viel beschäftigte Öger im Auswärtigen Ausschuss durchaus „reinhänge“ und Präsenz zeige.

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