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NWZonline.de Nachrichten Politik

Porträt: Für viele der ideale Bundespräsident

15.04.2020

Richard von Weizsäcker galt vielen Deutschen als Idealtypus eines Staatsoberhaupts. Als Präsident von 1984 bis 1994 verkörperte er nach Weltkrieg und Holocaust das geläuterte, das weltoffene Deutschland. An diesem Mittwoch wäre er 100 Jahre alt geworden.

Beim Tod Richard von Weizsäckers im Alter von 94 Jahren sagte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck: „In großer Dankbarkeit verneige ich mich vor einem großen Deutschen.“

Richard Freiherr von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren und wächst im „preußischen“ Berlin heran. Er stammt aus dem schwäbischen Bildungsbürgertum. Großonkel, Onkel und Bruder Carl Friedrich sind renommierte Wissenschaftler. Anders als es die Familientradition vorgibt, geht Richard in der jungen Bundesrepublik zunächst in die Wirtschaft. Doch 1969 folgt er dem Ruf des jungen Helmut Kohl in die Politik.

Dieser will die CDU weltoffener, moderner machen. Der promovierte Jurist von Weizsäcker passt da bestens ins Bild. Er ist ein Mann aus der Wirtschaft, Protestant und Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages – und ein brillanter Redner. Kohl sorgt dafür, dass von Weizsäcker schnell Karriere macht. Bei der Bundestagswahl 1969 bekommt er einen sicheren Listenplatz, 1979 wird er Bundestagsvizepräsident. 1981 erringt er im zweiten Anlauf das Amt des Regierenden Bürgermeisters in der „Frontstadt“ West-Berlin.

Entgegen seiner Zusicherung, Berlin als „Lebensaufgabe“ zu sehen, drängt er drei Jahre später – gegen den entschiedenen Widerstand Kohls – ins Bundespräsidentenamt. Letztlich kommt es zum Zerwürfnis zwischen dem Parteipatriarchen Kohl und dem „eigensinnigen“ Intellektuellen. Kohl wirft Weizsäcker mit den Jahren vor, er habe vergessen, dass er auf der Parteischiene Karriere gemacht habe.

Mit der Rede zum 8. Mai, den er als „Tag der Befreiung“ sah, demonstrierte von Weizsäcker seine politische Eigenständigkeit. Sie ist aber auch Ergebnis der Auseinandersetzung mit seinen eigenen Kriegserlebnissen – er war Offizier. Und sein Vater Ernst war unter den Nazis Staatssekretär im Auswärtigen Amt. Die Amerikaner sehen später in seinem Vater einen NS-Schreibtischtäter.

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