Wildeshausen - Nach 16 Jahren als ehrenamtliches Mitglied des Präventionsrates der Stadt Wildeshausen und langjährige Vorsitzende des Arbeitskreises Demokratie und Toleranz ist Ingeborg Jacoby am Dienstag offiziell im Stadthaus verabschiedet worden. Nach Ansicht von Bürgermeister Dr. Kian Shahidi, auch Vorsitzender des Präventionsrates, hat niemand den Präventionsrat so verkörpert wie Jacoby. Sie habe ihn seit seiner Gründung 1998 mit aufgebaut und geprägt und zu einer Institution in Wildeshausen gemacht. „Der Präventionsrat ist heute ein Aushängeschild in der Stadt“, so Shahidi.
Der Bürgermeister lobte Jacoby für ihren Elan, ihre Zielstrebigkeit, Kompetenz, Persönlichkeit und Menschlichkeit. „Ihre Art hat stets ansteckend gewirkt“, sagte Shahidi und nannte einige der Projekte, an denen Jacoby mitgewirkt hatte. Dazu zählten Projekte zum Thema Aussiedler, das Box-Projekt, Suchtproblematiken oder auch Sehnsucht. Zuletzt fand das Projekt Stolpersteine als Erinnerung an die ehemaligen jüdischen Bürger in Wildeshausen Aufmerksamkeit.
Neben dem Präventionsrat engagierte sich Jacoby für den Weltfriedenstag und den Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, so der Bürgermeister. „Ihnen ging es stets um die Sache und nie um sie selbst“, sagte er. In einer Zeit, in der die Selbstdarstellung oft in den Vordergrund gerückt werde, sei das besonders anerkennenswert. „Unsere Stadt und unsere Gesellschaft ist auf solch bürgerschaftliches Engagement wie das von ihnen angewiesen“, so Shahidi. Ohne diesen ehrenamtlichen Einsatz würde vieles nicht funktionieren; denn sowohl der Staat als auch die Stadt könnten nicht alles leisten. „Ihr Einsatz macht unsere Stadt wärmer und liebenswerter“, erklärte der Bürgermeister.
Grund für den Abschied von Ingeborg Jacoby aus dem Präventionsrat ist, dass sie nach Oldenburg umziehen will. Ihr Mann Gerd ist Oldenburger, und das Ehepaar hat viele Kontakte nach Oldenburg. Ingeborg Jacoby kam 1974 als Lehrerin nach Wildeshausen, wo sie bis 2010 an der Hauptschule unterrichtete.
„Ich wollte immer etwas Interessantes für meine Schüler machen“, nannte sie einen Grund für ihr Engagement im Präventionsrat. An der Hauptschule sei sie zudem zehn Jahre Fachberaterin für interkulturelle Bildung gewesen und hat auch über diesen Weg so manches Thema im Präventionsrat angeschoben. Dabei habe sie immer viel Unterstützung erfahren, ob im Präventionsrat, im Stadthaus oder auch beim Bürger- und Geschichtsverein.
