Hannover/Oldenburg - Gleich drei verschiedene Aufgänge führen zum Mittagstisch. Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD) wählt in der Hauptmensa des Studentenwerks Hannover die Treppe B; mit den Menülinien „Fleisch & Meer“ sowie „Veggie & Vegan“ markiert. Am Ausgabeschalter bestellt der 38-Jährige dann das „Niedersachsen-Menü“: Falafel-Bällchen, Mango-Ingwer-Chutney, Kaiserschoten und Kräuter-Bulgur gibt’s heute auf dem Teller. Studierende zahlen 2,50 Euro. Der Minister zahlt als Gast 7,50 Euro in bar. Mohrs’ Studentenzeit liegt schon 13 Jahre zurück: Am Tisch bemerkt er, dass er das Besteck vergessen hat.
Fünf Studentenwerke
Auf Einladung der Geschäftsführer der fünf niedersächsischen Studentenwerke, darunter Ted Thurner vom Studentenwerk Oldenburg, informiert sich Mohrs an diesem Mittwoch, wie die Sondermittel aus dem Nachtragshaushalt des Landes den Studierenden zugutekommen. Denn das „Niedersachsen-Menü“, das seit Anfang Januar täglich allen Studierenden zwischen Ems und Elbe angeboten wird, ist eine der Maßnahmen aus dem Hilfspaket. Ende 2022 hatte das Land Niedersachsen eine Soforthilfe in Höhe von 30 Millionen Euro für die niedersächsischen Studentenwerke auf den Weg gebracht. Die Mittel werden dafür eingesetzt, die Studierenden finanziell direkt zu entlasten. Er sei sehr froh, dass man einen „einen sehr pragmatischen Weg“ gefunden habe, sagt Mohrs in die TV-Kameras.
Mietanpassung gestoppt
Von den 30 Mio. Euro hat das Land fünf Mio. Euro ans Studentenwerk Oldenburg überwiesen. Es ist nach den Worten von Geschäftsführer Thurner für rund 26.000 Studierende an den Standorten Emden, Wilhelmshaven, Elsfleth und Oldenburg zuständig und betreibt sechs Mensen. Das „Niedersachsen-Menü“ kommt sehr gut an, weiß Thurner. Seit Januar hat das Studentwerk Oldenburg davon bereits 30.000 Menüs ausgegeben – etwa ein Drittel aller verkauften Essen. Thurner zufolge sind 3,5 Mio. Euro bereits fest verplant. Mit dem Geld des Landes können die Studentenwerke nicht nur preisgünstiges Essen ermöglichen: Auch die eigentlich geplante Anhebung der Wohnheimmiete hat das Studentenwerk Oldenburg zurückgenommen. Darüber hinaus finanziert es einen Hilfsfonds und erweitert das psychotherapeutische Beratungsangebot. Die dringend notwendige Sanierung der Mensa am Uhlhornsweg werde aus diesem Fonds aber nicht finanziert.
Energiepauschale
„Die Soforthilfe ist für uns, und vor allem für die Studierenden, eine sehr wichtige Unterstützung“, sagt Prof. Dr. Jörg Magull (Göttingen), Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsischer Studentenwerke. Der nächste Schritt müsse jetzt sein, die Finanzierung der Studentenwerke für die Zukunft sicherzustellen. Auch Thurner lobt das positive Gespräch.
Und eine weitere gute Nachricht bringt der Minister mit: Ab Mitte März können die gut 340.000 Studierenden in Niedersachsen die einmalige Energiepauschale in Höhe von 200 Euro beantragen. Bereits im September 2022 hatte die Regierung den Zuschuss angekündigt. Ihm tue es „echt leid“, dass es so lange gedauert habe, erklärt Mohrs. Und: Hat das „Niedersachsen-Menü“ nun geschmeckt? „Sehr lecker“, sagt der Minister. Mohrs, bekennender Vegetarier, steht regelmäßig selbst daheim am Herd.
