Prinzhöfte - Eine Entscheidung darüber, ob die Gemeinde Prinzhöfte ihre Gewerbesteuer erhöhen will, ist noch nicht gefallen. Der Rat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstagabend einstimmig dafür ausgesprochen, die Thematik zu vertagen. Zunächst wolle man in einer nichtöffentlichen Sitzung mehr Informationen über die Auswirkungen besprechen.

Hintergrund: Der Flecken Harpstedt und die Gemeinde Groß Ippener haben ihre Gewerbesteuer bereits von 380 auf 400 Prozent erhöht. Direkt betroffen davon sind aber nur Kapitalgesellschaften, wie beispielsweise eine GmbH oder AG. Personengesellschaften oder Einzelunternehmer können bis zu 400 Prozent von der Steuer absetzen – wenn die Gemeinde denn so viel verlangt. Derzeit liegt der Steuersatz in der Gemeinde Prinzhöfte seit 2008 unverändert bei 380 Prozent.

Bürgermeister Hans-Hermann Lehmkuhl (Wählergemeinschaft Prinzhöfte) bat die Verwaltung, herauszusuchen, wie viele Betriebe in der Gemeinde von der Erhöhung wirklich betroffen wären. „Wenn es den meisten Firmen nichts ausmacht, wären wir blöd, wenn wir die Steuer nicht erhöhen“, sagte Wilfried Holtmann (WGP).

Die Gewerbesteuer ist eine der Haupteinnahmequellen der Gemeinde. Mit 800 000 kalkuliert sie für 2021 – aufgrund der Corona-Krise ein deutlicher Rückgang. Bis zum 30. Juni hat der Rat nun Zeit, eine Erhöhung zu beschließen, wenn diese rückwirkend zum 1. Januar 2021 gelten soll. Andernfalls bliebe nur die Option, den Steuersatz für das kommende Jahr anzupassen. Würde die Gewerbesteuer für das laufende Jahr noch erhöht werden, könnte die Gemeinde mit Mehreinnahmen in Höhe von rund 40 000 Euro rechnen, erklärte Andre Mutke vom Fachbereich Finanzen in der Samtgemeindeverwaltung.