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NWZonline.de Nachrichten Politik

Pro Und Contra Cannabis: Das sagen NWZ-Redakteure zur Cannabis-Freigabe

06.02.2018

Denis Krick: Schauermärchen

Denis Krick

Wenn es um die Legalisierung von Cannabis geht, dann werden immer die gleichen Schauermärchen erzählt.

Klar, Cannabis kann eine Einstiegsdroge sein. Der Grund dafür: Cannabis ist bei uns illegal und wird deshalb meist auf dem Schwarzmarkt erworben. Die Dealer verkaufen aber das ganze Spektrum der Drogenwelt. Der Weg zu Kokain & Co. ist ein kurzer.

Es mag simpel klingen, aber wenn der Verkauf von Cannabis legalisiert wird, entfallen die Berührungspunkte zu harten Drogen. Dass man dadurch der Organisierten Kriminalität auch einen nicht unwesentlichen Geldhahn zudreht, ist nur ein weiterer positiver Effekt.

Aber was ist mit dem Schutz der Kinder? Dazu genügt ein Blick in den US-Bundesstaat Colorado, in dem Cannabis seit Jahren legalisiert ist. Der Cannabiskonsum ist dort laut Gesundheitsbehörde an den Schulen um mehrere Prozent zurückgegangen.

Und die Folgen für die Gesundheit? Cannabis kann stark abhängig machen und psychische Störungen verursachen. Dies ist allerdings die Ausnahme und nicht die Regel. Fakt ist, dass die Droge einen medizinischen Nutzen hat – und nicht ohne Grund auch bei uns auf Rezept erhältlich ist. In den USA ist diese Behandlung mittlerweile in 46 der 50 Bundesstaaten erlaubt. Die Steuereinnahmen finanzieren Krankenhäuser und Schulen. Das ist auch in der US-Politik angekommen. So sind 67 Prozent der konservativen Republikaner für die Legalisierung.

Pro Jahr sterben in Deutschland rund 74 000 Menschen an ihrem Alkoholkonsum, für 120 000 Tote ist Tabakgenuss verantwortlich. Die Zahl der Cannabis-Toten: 0. Letztere Zahl gilt übrigens auch für die USA.

Hans Begerow: Zu kurz gesprungen

Hans Begerow

In Deutschland tun wir uns schwer mit der Legalisierung von Cannabis, genauso wie wir uns schwer tun im Umgang mit legalen Drogen wie Alkohol, Tabak oder Tabletten, an denen der Staat nicht unerheblich über Steuern profitiert, während er ja naturgemäß bei illegalen Drogen leer ausgeht.

Ob die Legalisierung der sogenannten weichen Drogen ein entscheidender Sprung nach vorn ist? Es wäre, so steht zu befürchten, höchstens ein typisch deutscher Sprung: Ein gewaltiger Aufschrei und dann macht es kurz plumps. Mit der Legalisierung von Cannabis für den privaten Konsum wäre in der Tat die Kriminalisierung von Konsumenten beendet und den Strafverfolgungsbehörden eine Menge Arbeit erspart. Doch damit beginnt erst die bürokratische Aufarbeitung. Definiert werden muss, wann der Konsum noch als privat gilt, ab welchem Wert (Gewicht oder Wirkstoff) der Besitz von Cannabis nicht mehr toleriert werden darf und strafbar ist. Die Grenzziehung wird voraussichtlich alle Gremien, in denen in Deutschland diskutiert wird, entzweien: vom Stammtisch über Talkshows bis zum Bundestag. Es wird Enthüllungen Prominenter geben, von unterhaltsam bis peinlich – wie immer, wenn in Deutschland erbittert über Nebensächliches diskutiert wird. Unbeantwortet bleibt auch, wie die Trennung innerhalb der Systematik der Betäubungsmittel begründet werden kann. Cannabis ja, Aufputschmittel in geringer Konzentration nein? Das jetzige Betäubungsmittelrecht könnte man in der Tat einmal auf seine Effizienz und Praktikabilität anschauen, insbesondere der Punkt der Strafbarkeit. Hat das Gesetz jemals Straftaten verhindert? Wohl nicht.

Denis Krick Redaktionsleitung / Online-Redaktion
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Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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