„Wohn- und Geschäftshaus für 13 Mio. Euro“ (NWZ vom 18. Januar)

Das ist doch mal wieder typisch für Oldenburg: Der „große Wurf“ soll leider nicht stattfinden. Jetzt besteht endlich mal die Chance, die Fläche einer ehemaligen Tankstelle in einen der schönsten Plätze im Innenstadtbereich umzugestalten. Und was macht die Verwaltung? Verhindert mit Scheinargumenten die endgültige Freimachung vom Autoverkehr.

Auf zwei Seiten des Platzes ist Gastronomie schon da, allerdings eine davon direkt neben der Zufahrt zum am stärksten genutzten Parkhaus – da sitzt man nicht wirklich gerne. Durch die ansprechende Neubebauung mit ebenfalls vorgesehener Außengastronomie und das ehemalige VHS-Gebäude auf der vierten Seite würde eine wirklich „runde Sache“ entstehen. Dafür muss lediglich die Einfahrt ins Parkhaus in den Bereich der alten Fahrradstation verlegt werden. Ein paar Bäume wären dafür zu opfern. Das Argument mit dem weniger werdenden Stauraum (7 Autolängen) in der Wallstraße entfällt, da bei zweireihiger Aufstellung vor der Schranke exakt die gleiche Anzahl untergebracht werden kann. Und im Parkhaus selbst können mühelos die Fahrbeziehungen, Auffahrt wird zur Abfahrt und umgekehrt, geändert werden. Die von den Eigentümern angedachte Erweiterung ist dann auch absolut unterstützenswert. Gebraucht werden die zusätzlichen Einstellplätze allemal, denn der komplett autofreie Waffenplatz würde sich schnell zum Magneten entwickeln.

Andreas Siek Oldenburg

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Nun geht es also dem Taxistand Waffenplatz an den Kragen. Das Vorgehen der Stadtverwaltung ist leider konsequent, denn in den letzten Jahren wurden wichtige Stellplätze für Taxifahrer entweder erheblich verkleinert (HBF und ZOB) oder gleich komplett entfernt (EWE-Arena). Der Taxistand Waffenplatz ist Oldenburgs umsatzträchtigster und somit wichtigster Taxistand. Dass die Stadtbaurätin trotzdem mit Taxiunternehmern nach Lösungen sucht, muss nicht unbedingt Gutes bedeuten. Denn der kürzlich von Taxiunternehmern bestimmte Ansprechpartner für die Stadtverwaltung „glänzte“ schon in den Vorjahren beim Verkehrsentwicklungsplan durch Abwesenheit und Desinteresse.

Und das Thema „Taxi“ scheint beim aktuellen Strategieplan Mobilität und Verkehr ebenfalls keine Rolle zu spielen, obwohl – was viele nicht wissen – Taxen ein Bestandteil des ÖPNV sind. Doch auch die Stadtverwaltung macht beim Umbau des Waffenplatzes nicht immer einen guten Eindruck. Noch im August 2010 versprach sie den Taxifahrern, dass der dortige Taxistand erhalten bleibt. Verlässlichkeit sieht anders aus.

Gerald Lamping Oldenburg