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NWZonline.de Nachrichten Politik

Prorussische Rebellen betreten wichtige Stadt

28.08.2014

Nowoasowsk Die Gefechte in der Ostukraine gehen trotz des Krisengipfels zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und seinem ukrainischen Kollegen Petro Poroschenko unvermindert weiter. Nach dreitägigem Beschuss drangen die Rebellen am Mittwoch in die bislang von Regierungstruppen gehaltene strategisch wichtige Kleinstadt Nowoasowsk ein, wie der Bürgermeister Oleg Sidorkin der Nachrichtenagentur AP sagte. Die Ukraine machte für den Beschuss sowohl die prorussischen Rebellen als auch Russland selbst verantwortlich.

Nach den bilateralen Gesprächen zwischen Putin und Poroschenko am Dienstagabend in der weißrussischen Hauptstadt Minsk gab es keine Anzeichen, dass ein schneller Beschluss zur Beendigung der Kämpfe zustande kommt. Poroschenko sagte, Putin habe die Grundsätze für einen Friedensplan akzeptiert. Putin bestand allerdings darauf, dass nur Kiew ein Abkommen über eine Feuerpause mit den prorussischen Separatisten vereinbaren könne. „Das ist nicht unsere Sache. Das ist die Sache der Ukraine“, sagte Putin. Russland könne nur helfen, eine Atmosphäre des Vertrauens zu schaffen. Es könne aber nicht über irgendwelche Bedingungen für einen Waffenstillstand verhandeln.

Das Treffen war die erste derartige Zusammenkunft zwischen den Staatschefs Russlands und der Ukraine seit der Absetzung des prorussischen Präsidenten Viktor Janukowitsch im Februar. Kurz vor der Zusammenkunft hatte das ukrainische Militär die Gefangennahme zehn russischer Soldaten auf seinem Staatsgebiet bekanntgegeben.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk sagte, man habe Informationen gewonnen, nach denen reguläre russische Einheiten im Osten der Ukraine im Einsatz seien. „Diese Information, die von der Nato kommt und unserem Geheimdienst bestätigt wurde, ist tatsächlich eindeutig.“

Am Mittwoch wurden innerhalb einer Stunde 20 Granaten auf Nowoasowsk geschossen. Über der Stadt waren Rauchwolken zu sehen. Der Ort war bereits am Dienstag beschossen worden. Vier Einwohner wurden verletzt, ein Krankenhaus beschädigt, wie Bürgermeister Sidorkin sagte. Regierungssoldaten sagten einem AP-Reporter, die Stadt bleibe unter ihrer Kontrolle, aber man erwarte weitere Angriffe.

Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats in der Ukraine, Andrej Lyssenko, sagte, die Stadt werde sowohl von Russland aus als auch von ukrainischen Territorium beschossen. Auch Dörfer rund um die Kleinstadt kamen unter Beschuss, wie ukrainische Sicherheitsbeamte sagten. Lyssenko sagte, fünf Schützenpanzerwagen seien am Dienstag in die Ukraine gefahren, später aber auch zurückgekehrt.

Zum ersten Mal finden Kämpfe so weit im Süden des Landes statt. Es scheint, als ob die Rebellen unterstützt werden mit schweren Waffen, darunter Panzer, Schützenpanzerwagen und schwere Artillerie. Die Ukraine und der Westen haben Russland wiederholt vorgeworfen, direkt in den Konflikt einzugreifen. Moskau hatte das stets zurückgewiesen.

Nowoasowsk liegt an der Straße, die von Russland zur großen ukrainischen Hafenstadt Mariupol und von dort weiter zur Krim führt. Diese Halbinsel hatte Moskau im März annektiert. Der Beschuss der Stadt schürte Befürchtungen, die prorussischen Separatisten wollten Gebiete unter ihre Kontrolle bekommen, die Russland mit der Krim verbinden.

Die Kämpfe in der Ostukraine haben nach Schätzungen der Vereinten Nationen seit April mindestens 2000 Zivilisten das Leben gekostet.

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