Oldenburg - Der ADFC hat am Donnerstag Detailergebnisse des Fahrradklima-Tests 2014 veröffentlicht, bei dem Oldenburg im Ranking der fahrradfreundlichen Städte Deutschlands unter 200 000 Einwohnern Platz zwei machte. Bewertungsgrundlage war die Befragung von Radlern in den jeweiligen Städten (NWZ  berichtete).

Besonders positiv bewerteten die Teilnehmer nach Angaben des ADFC, dass in Oldenburg viele Einbahnstraße für Radler auch in Gegenrichtung geöffnet sind und die Tatsache, dass so viele Oldenburger radeln und „man zügig fahren kann“.

Kritisch hingegen sehen Oldenburgs Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem den „Zustand vieler Radweg-Oberflächen“, fehlende Mitnahmemöglichkeiten für Fahrräder in Bus und Bahn sowie die hohe Diebstahlsrate.

ADFC-Vorsitzende Anke Wiechmann sagte zu den Oldenburger Ergebnissen: „Wir freuen uns, dass sich die Oldenburger auf dem Rad wohl fühlen.“ Besonders die Einrichtung einer zweiten Fahrradstraße zeige, dass Oldenburg „auf dem richtigen Weg ist“. Die in Oldenburg durchaus umstrittene Aufhebung der Radwegbenutzungspflicht auf vielen Strecken ist für die ADFC-Vorsitzende „gleichermaßen ein wichtiger Schritt. Radfahrende haben dort nun die Wahlmöglichkeit zwischen Fahrbahn und Radweg. Dies wird vor allem von schnellen Pendlern und zunehmend auch von Pedelec-Fahrenden begrüßt.“

Dennoch gebe es noch viel zu tun. Im Durchschnitt vergaben die Oldenburger die Note befriedigend (3,3) für die Fahrradfreundlichkeit. Viele merkten kritisch an, dass das Konzept der Fahrbahnbenutzung nicht allen bekannt sei und es daher oft zu Konflikten komme („Autofahrer drängeln gerne mal und hupen“).

Zügiges Radfahren sei noch nicht durchgängig möglich, daher sei der Ausbau eines durchlässigen Wegenetzes für den Fuß- und Radverkehr nötig. Häufig wurde angemerkt, dass die Debatte „Radfahren auf der Straße“ äußerst emotional geführt werde. Auffällig sei auch die geringe Investition von drei Euro pro Kopf/Jahr in den Radverkehr.