Ramsloh - Der ganz große Friedensgipfel war es nicht, doch es wurde ein ums andere Mal an der Friedenspfeife gezogen. So lässt sich das Treffen von Saterlands Bürgermeister Thomas Otto, CDU-Fraktionsvorsitzenden Bernhard Benten und Karl-Peter Schramm, Fraktionsvorsitzender von SPD/Grüne, am besten beschreiben. Die drei kamen am Mittwoch im Ramsloher Rathaus zusammen, um über das künftige Miteinander im Gemeinderat zu reden. Denn der Umgang in den vergangenen Ausschuss- und Ratssitzungen ließ öfter zu wünschen übrig.

Den vorläufigen Höhepunkt gab es am 4. November, als die CDU-Fraktion die Sitzung des Schul- und Kulturausschusses platzen ließ. Einige Ausschussmitglieder hätten sich nicht ausreichend vorbereiten können, da die Vorlagen seitens der Verwaltung zu spät verschickt worden seien. Bürgermeister Otto hatte dafür überhaupt kein Verständnis.

Es war längst nicht die erste offen ausgetragene Konfrontation zwischen dem seit Februar 2018 im Amt befindlichen parteilosen Verwaltungschef und einigen Mitgliedern der CDU-Fraktion. Mal ging es um die EWE-Netzbeteiligung, mal um den Kita-Bau und die Übergangslösung im Rathaus und mal um einen Antrag der CDU um eine Einberufung eines Fachausschusses, dem der Bürgermeister nicht sofort nachkam. Die Differenzen zwischen Otto und Teilen der CDU sind somit immer wieder Bestandteil von öffentlichen Sitzungen im Rathaus.

Ob sich das in Zukunft ändern wird, muss sich erst noch zeigen. Bernhard Benten relativierte die Situation am Mittwoch aber: „Man könnte schon das Gefühl haben, dass im Rathaus Krieg und Frieden herrscht. So schlimm ist es aber nicht. Rat und Verwaltung haben manchmal unterschiedliche Vorstellungen und Meinungen. Aber 95 Prozent unserer Beschlüsse in Sitzungen sind sogar einstimmig.“ Jedoch: „Manche Leute in der CDU-Fraktion fühlen sich von der Verwaltung schlecht informiert. Und ohne Informationen kann man keine gute Arbeit machen. Irgendwann reicht es.“

Karl-Peter Schramm erinnerte an Zeiten, wo es einen CDU-Bürgermeister im Rathaus gab und die CDU immer bestens informiert gewesen sei, die Opposition dagegen längst nicht so gut. Jetzt müssten sich halt alle daran gewöhnen, dass es mit dem neuen Bürgermeister ein anderes Arbeiten sei. „Und wer ernsthaftes Interesse an einem Thema hat, der kann sich auch informieren.“ Er sehe in dem Verhalten der CDU-Fraktion klare Machtspielchen gegen den Bürgermeister und er erwartet für die Zukunft, dass diese Art der Politik eingestellt werde.

„Man muss nicht immer einer Meinung sein“, sagte Thomas Otto, doch sachlich sei man eigentlich auf einem guten Weg und man habe gemeinsam schon vieles bewegt. Er gab aber auch zu, dass er sich vielleicht auch zu schnell provozieren lasse. Eine Liebesheirat zwischen ihm und der CDU sei es auch nicht, sondern eine Zwangsehe. Aber es gehe nun einmal nur miteinander.

Da sehen sich Otto, Benten und Schramm nach eigenem Bekunden sogar auf einem guten Weg.

Carsten Bickschlag
Carsten Bickschlag Redaktion Münsterland (Leitung Cloppenburg/Friesoythe)