Ramsloh - Eine hohe Ehre ist am Mittwochabend im Rathaus Anna Popoff aus Ramsloh zuteil geworden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh der Saterländerin das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Dieser Verdienstorden ist die höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.
Im Anschluss an die Sitzung des Gemeinderates im Sitzungssaal des Rathauses überreichte Cloppenburgs Landrat Johann Wimberg die hohe Auszeichnung im Beisein von Ratsmitgliedern, langjährigen Weggefährten der politischen Arbeit von Popoff, Freunden, Bekannten und Verwandten. „Die hohe Auszeichnung zeigt die Wertschätzung für das außerordentliche soziale Engagement von Anna Popoff. Vor allem für die Integration von Spätaussiedlern“, sagte Landrat Wimberg in seiner Laudatio. Hierfür wurde sie bereits 2006 mit der Niedersächsischen Medaille für vorbildliche Arbeit um den Nächsten ausgezeichnet.
Die heute 63-Jährige war Mitgründerin des Heimatvereins der Deutschen aus Russland und hat sich viele Jahre um die Interessen und Belange von Spätaussiedlern in der Region Cloppenburg und um deren gesellschaftliche Integration gekümmert.
„Dabei besitzt sie ein besonderes Einfühlungsvermögen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen als Aussiedlerin. Die Probleme und Sorgen sind ihr gut bekannt“, so der Landrat. Ende 1991 verschlug es Popoff mit der Familie von Omsk (Russland) in das Saterland.
Ehrenamtlich arbeitet sie im Arbeitskreis „Prävention durch Integration“ der Gemeinde Saterland mit. Popoff war beruflich als Suchtberaterin bei der Drogenberatungsstelle „Drobs“ in Cloppenburg tätig. Sie betreute Elternkreise in der Edith-Stein-Stiftung. Hier sei das Engagement der Ramsloherin bei der Beratung drogen- und suchtabhängiger Jugendliche weit über den beruflichen Rahmen hinaus gegangen, sagte Wimberg.
Über 20 Jahre engagierte sich die Geehrte auch in der Kommunalpolitik und war in dieser Zeit Mitglied des Gemeinderates. „Das gesamte Wirken von Anna Popoff macht deutlich, wie wertvoll ihre Initiativen und Tätigkeiten für das Gemeinwohl sind“, so Wimberg. „Sie haben sich um unser Land und vor allem um unsere Region verdient gemacht“, richtet sich der Landrat an Popoff.
„Anna Popoff ist für mich ein Leuchtturm der Integration von Spätaussiedlern. Das soziale Engagement ist ein gutes Beispiel für andere, diesem nachzueifern“, gratulierte Bürgermeister Thomas Otto zur Auszeichnung.
Dem schloss sich für den Gemeinderat der Vorsitzende Dr. Heinrich Norrenbrock an: „Du hast die Auszeichnung verdient“.
„Es ist für mich eine große Ehre und eine wunderbare Überraschung. Auf die Auszeichnung bin ich stolz. Deutschland hat mir als neue Heimat mehr gegeben, als ich gehofft hatte“, freute sich Anna Popoff. Es sei ein großartiges Land und für sie und ihre Familie eine neue Heimat, in der sie sich zu Hause fühle. „Ich möchte auch weiterhin Betroffenen helfen, den Weg in ein besseres Leben zu finden und mehr Lebensqualität für die Zukunft zu erhalten“, so Anna Popoff.
