RASTEDE - Mit allem Nachdruck appellierte Lars Krause (SPD) in der Sitzung des Ausschusses für Bau, Planung, Umwelt und Straßen der Gemeinde Rastede an die übrigen Ausschussmitglieder, den Denkmalsplatz nicht sofort und für immer als Parkplatz festzuschreiben: „Wir sollten auch einmal eine unpopuläre Maßnahme durchziehen – und probeweise den Denkmalsplatz schließen.“ Damit könnte auch der Kirchenrat bewegt werden, noch einmal über das Thema nachzudenken.
Dieses Gremium hatte sich nämlich, wie in der Sitzung des Fachausschusses bekannt wurde, gegen eine von der Gemeinde angestrebte Schließung des Denkmalsplatzes und auch gegen eine direkte Überwegung vom Waldparkplatz zum Friedhof und zur Kirche ausgesprochen.
Friedhofsruhe gestört
Der Kirchenrat befürchtete eine Störung der Friedhofsruhe und Zufallsvandalismus. Und der Denkmalsplatz sei historisch ein begangener, befahrener, belebter Platz, auf dem man anhalten, parken, sich treffen, sich setzen und kommunizieren könne, „und es wäre schön, wenn es so bliebe“.
Dem Vorschlag der Verwaltung, die Parkdauer auf dem Denkmalsplatz werktags auf eine Stunde zu begrenzen, mochte die SPD nicht folgen. „Das weicht von unseren Vorstellungen gewaltig ab“, so Fraktionsvorsitzender Rüdiger Kramer. Alle Argumente der Kirche könnten widerlegt werden. Mit der Fertigstellung des Büro- und Geschäftshauses an der Ecke Bahnhofstraße/Oldenburger Straße werde der Denkmalsplatz noch stärker von parkenden Autos frequentiert.
Viel Geld investiert
„Wir haben in die Inwertsetzung des Denkmalsplatzes viel Geld investiert“, fügte sein Fraktionskollege Werner Skirde hinzu. Und der neue Waldparkplatz könne auch von der Kirche genutzt werden. Der Denkmalsplatz sei im übrigen auch kein Platz der Kirche.
„Auch in anderen Orten stehen Autos vor der Kirche“, meinte dagegen Gerd Langhorst (Grüne), der sich im übrigen gegen die Parkzeit von einer Stunde aussprach – das wäre die dritte unterschiedliche Parkzeit im Ort. Über das Votum der Kirche „auch enttäuscht“ zeigte sich Alfons Langfermann (CDU). Er sprach sich dafür aus, den Waldparkplatz besser auszuschildern.
Entschieden wurde in der Sitzung des Fachausschusses noch nicht. CDU-Fraktionschef Dieter von Essen, zunächst für den Vorschlag der Verwaltung, lenkte ein – und regte an, erneut in den Fraktionen zu beraten.
Zu der Sitzung hatte die Verwaltung Zahlen über die Ausnutzung des Denkmalsplatzes und des Waldparkplatzes vorgelegt. Demnach gehören auf dem Denkmalsplatz nur fünf Prozent der abgestellten Autos Dauerparkern. Zeitgleich wurde festgestellt, dass der Waldparkplatz nur in geringem Maße genutzt wird.
