Rastede - Die Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden“ hat jetzt zum zweiten Mal einen Anne-Frank-Tag an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede veranstaltet. Zwei Transparente im Eingangsbereich der Schule machten die Schüler und Lehrer auf diesen besonderen Tag und auf die Person Anne Frank aufmerksam.

Das jüdische Mädchen Anne Frank entzog sich mit seiner Familie 1934 der Verfolgung der Nationalsozialisten durch die Flucht nach Amsterdam. In ihrem Tagebuch dokumentiert Anne Frank ihre alltägliche Diskriminierung. Zugleich entwirft sie Visionen einer zukünftigen Gesellschaft in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück.

Nachdem das Versteck der Familie Frank in der „Prinsengracht 262“ im August 1944 an die deutsche Besatzungsmacht verraten wird, deportieren die Nationalsozialisten das 15-jährige Mädchen zunächst in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und danach in das Konzentrationslager Bergen-Belsen. Dort stirbt Anne Frank im Februar/März 1945 an Typhus.

Im Forum der KGS präsentierte die AG „Für den Frieden“ die Ausstellung des Anne-Frank-Zentrums Berlin zum 90. Geburtstag Anne Franks. Bereits in den ersten Tagen nutzten zahlreiche Schüler dieses Angebot. Anhand der Informationen über das bekannte Mädchen erweiterten sie den üblichen Unterricht. Darüber hinaus bot die Ausstellung auch neue Einblicke in das System der Nationalsozialisten.

Mit den fünften und sechsten Klassen der KGS führte die AG „Für den Frieden“ sechs Workshops durch. Die Schüler setzten sich dabei mit der Biografie von Anne Frank in der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Dabei gingen sie auch der Frage nach, was Rassismus ist, welche Formen des Rassismus es gibt, und insbesondere der Frage, wie gerade junge Menschen sich gegen Rassismus und Antisemitismus sowie für eine humane Gesellschaft engagieren können, von der bereits Anne Frank in ihrem Tagebuch träumt: „Einmal werden wir wieder Menschen und nicht allein Juden sein.“

Die beteiligten Schüler zeigten großes Interesse an dem Schicksal Anne Franks. „Es ist schrecklich, was Anne in ihrem jungen Alter erleiden musste“, stellte KGS-Schüler Lasse fest. Zugleich erarbeiteten die Schüler sich gemeinsame Strategien zur Abwehr gegen Rassismus und Antisemitismus. „Es ist wichtig, dass wir jeden akzeptieren und gleich behandeln“, entschieden die Schüler.

Die AG-Mitglieder freuten sich über die große Anteilnahme der anderen Schüler. „Sie haben so gut mitgearbeitet und auch tolle Ideen entwickelt“, sagte Lara Schubert. Und ihre AG-Kollegin Veronika Dinter stellte zufrieden fest: „Die Teilnehmer unserer Workshops haben gemerkt, was Rassismus anrichten kann. Und dagegen wollen sie sich in Zukunft wehren. Insofern war unser Workshop ein voller Erfolg.“