Rastede - Am 26. Mai finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Die Kreuze auf dem Wahlzettel an der richtigen Stelle zu machen, ist keine einfache Aufgabe. Sie setzt politisches Interesse und politische Information voraus. Allerdings kennt sich nicht jeder bei den Parteien aus und weiß, welche Ziele sie mit welchen Mitteln verfolgen. Und bisweilen sind die Unterschiede ja gar nicht einmal so groß.
Zur Beseitigung dieser Unklarheiten haben die Schüler der Klasse 10D3 der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede eine Podiumsdiskussion veranstaltet. Dazu hatte die Klasse die Politiker Tilman Kuban (CDU), Tiemo Wölken (SPD), Helmut Geuking (Familien-Partei), Sarah Buss (FDP), Tim-Oliver Kray (ÖDP) und Gregory Engels (Piraten-Partei) eingeladen. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von den Schülern Bjarne Schultze, Lara Schubert und Elias Oba aus der Klasse 10D3.
Die Klasse hatte in wochenlanger Vorbereitung drei Themenschwerpunkte für die Debatte in der Neuen Aula festgelegt. Zunächst beschäftigten sich die Politiker mit dem Thema Bildung und Jugend. Hierzu wurde den Kandidaten jeweils eine Frage bezüglich ihres Wahlprogrammes gestellt, wozu diese ausführlich Stellung bezogen haben. Einhellig forderten die Gäste die Schüler dazu auf, sich aktiv in die Politik und für ihre Rechte einzumischen.
Der zweite Themenschwerpunkt behandelte das Thema Umweltpolitik. Während Kuban und Kray den Einsatz junger Menschen für den Klimaschutz in Form der „Fridays for Future“-Demonstrationen begrüßten, sprach sich Sarah Buss für das Einhalten der Schulpflicht aus.
Vor der dritten Themenrunde gab es für die 250 Zuhörer bei der Veranstaltung die Gelegenheit, Fragen direkt an die Kandidaten zu stellen. Dabei ging es unter anderem um eine Frauenquote im EU-Parlament und um die Zukunftsperspektiven der EU.
Der dritte Themenschwerpunkt beschäftigte sich mit der Flüchtlingsfrage. Insbesondere Wölken und Geuking setzten sich dafür ein, die Fluchtursachen zu bekämpfen und nicht primär an die Abschiebung der Flüchtlinge zu denken. Schuld an den Migrationsbewegungen trage auch die EU mit ihrer aggressiven Wirtschaftspolitik.
Die Diskussion endete mit einer Abschlussrunde, in der alle Kandidaten begründen sollten, warum gerade sie ins EU-Parlament gewählt werden sollten.
Die Klasse 10E3 war sehr zufrieden mit ihrem Politik-Projekt: „Viele politische Dinge habe ich so noch gar nicht gekannt“, sagte Schülerin Helene. Ihre Klassenkameradin Maja ergänzte: „Jetzt wüsste ich viel besser, wen ich wählen könnte.“ Auch die sechs Kandidat lobten die Veranstaltung: „Das hat die Klasse sehr gut vorbereitet und durchgeführt. Von solchem Engagement lebt die Demokratie“, zog Engels eine positive Bilanz. Ein ähnliches Fazit zog auch der betreuende Politik-Lehrer Michael Luttmer: „Es war eine sehr lehrreiche und interessante Veranstaltung, die die Schüler gemeinsam auf die Beine gestellt haben.“
