RASTEDE - Eine herzliche Freundschaft besteht mittlerweile zwischen der Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden“ und dem Nienburger „Forum des Gedenkens“. Bereits zum fünften Mal seit 2007 hatten die Organisatoren Cornelia Kramer und Thomas Gatter die Rasteder AG eingeladen, den „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ im Nienburger Rathaus mitzugestalten. Die Schüler nahmen die Einladung gerne an und ernteten auch dieses Jahr wieder viel Lob für ihren Beitrag.
Im Mittelpunkt des diesjährigen „Forums des Gedenkens“ stand der Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Während im Nienburger Rathaus die Ausstellung „Nicht wie die Schafe zur Schlachtbank – Widerstand gegen den Holocaust: im Alltag, im Ghetto, im KZ“ des Stadt- und Kreisarchivs Nienburg einen Einblick in das Gesamtthema gab, beleuchteten die Beiträge des Forums insbesondere den Widerstand der Juden und der Sinti und Roma.
Die AG „Für den Frieden“ hielt einen Vortrag über „Irgendeine Sabotage machen – Widerstand der Sinti und Roma gegen den Nationalsozialismus“. Anhand historischer Dokumente und persönlicher Erinnerungen in Wort und Bild zeigten Anja Beckert, Aileen Martens, Philipp Kremers und Paul Engels-Finke, wie die Sinti und Roma sofort mit Machtantritt der Nationalsozialisten ausgegrenzt, entrechtet, deportiert und ermordet wurden.
Während die Flucht die häufigste Form des Aufbegehrens war, kämpften viele Sinti und Roma bei den Widerstands- und Partisanengruppen in Europa. Höhepunkt des Widerstandes der Sinti und Roma gegen den Antiziganismus der Nationalsozialisten war der Aufstand vom 16. Mai 1944.
Die AG „Für den Frieden“ erklärte in Nienburg, dass der Antiziganismus der Vergangenheit und der Gegenwart nicht das Problem der Sinti und Roma ist. „Wir sind es, die die Sinti und Roma ausgrenzen, zum Nachteil der Sinti und Roma und zum Nachteil von uns allen. Denn dadurch demontieren wir die Demokratie und die Zivilgesellschaft“, sagte Anja Beckert. Und Paul Engel-Finke ergänzte: „Deshalb sind wir es auch, die für eine Verbesserung verantwortlich sind.“
Die Rasteder Schüler stellten sich damit gegen Antiziganismus und Rassismus und traten für die Gleichberechtigung der Sinti und Roma ein. Aileen Martens forderte „eine Welt, in der Sinti und Roma und Nicht-Sinti und Nicht-Roma sich gegenseitig akzeptieren in der Sinti und Roma nicht nur geduldet, sondern herzlich willkommen sind“.
Mit ihrem Vortrag setzte die AG „Für den Frieden“ ihr langjähriges Engagement für eine Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück fort.
