RASTEDE - Übergewicht beim Nachwuchs ist ein ernst zu nehmendes gesundheitliches Problem. Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung helfen beim Abspecken.

Von Thomas Neunaber

RASTEDE - Chips, Bonbons, Schokolade, Cola, Pizza: „Manche Kinder stopfen in sich rein, bis nichts mehr geht“, sagt Sandra Walther. Die Rasteder Ernährungsberaterin hat täglich mit Kindern zu tun, deren Körper einem einzigen Speckring gleicht. In einigen Fällen hilft dann nur noch eine Reha-Maßnahme, um das Problem in den Griff zu bekommen. „Manche Erwachsene meinen, dass das Übergewicht mit den Jahren herauswächst – ein Ammenmärchen“, so die Ernährungsberaterin. Studien haben nämlich ergeben, dass 80 Prozent aller dicken Kinder auch dicke Erwachsene werden.

Es gibt viele Gründe für die Zunahme von übergewichtigen Kindern in der westlichen Gesellschaft. Hauptgründe seien jedoch die veränderten Ess- und Lebensgewohnheiten. „Viele Kinder essen einfach zu viel, zu fett und zu zuckerreich“, berichtet die 34-Jährige. Hinzu kommt das veränderte Freizeitverhalten mit weniger sportlicher Betätigung, dafür aber umso mehr sitzenden Tätigkeiten vor dem Computer oder dem Fernseher.

Die Zeche für den Bewegungsmangel zahlt der Körper in Form von hohem Blutdruck, hohen Blutfettwerten und hoher Pulsfrequenz. „Ich kenne Kinder, die unter Typ-II-Diabetes leiden. Diese Altersdiabetes kommt sonst nur bei Erwachsenen vor“, berichtet die Oecotrophologin.

Die erhöhten Blutzuckerwerte können bei Kindern zum Teil zu hormonellen Beeinträchtigungen führen. So kommt es nach ihren Erfahrungen vor, dass dicken Jungs plötzlich Brüste wachsen, oder dass dicken Mädchen Barthärchen sprießen.

„Hinzu kommt der große psychische Druck, dem fettleibige Kinder durch die Umwelt ausgesetzt sind “, berichtet Sandra Walther. Häufig schaffen es die Kinder kaum, dem Übergewicht selbst den Kampf anzusagen.

In Zusammenarbeit mit Ärzten und Psychologen bietet die Rastederin deshalb Wege an, den Teufelskreis „Dick sein“ zu durchbrechen. In Kursen lernen Kinder ihre Ess- und Lebensgewohnheiten zu ändern „Wichtig wäre es auch, dass Eltern ihren Kindern endlich wieder Vorbild sind“, so Sandra Walther.