Rastede - Die Gemeinde Rastede hat das Palais gekauft. Das bestätigte Gemeindesprecher Ralf Kobbe am Mittwoch auf Anfrage der NWZ. Nach vertrauensvollen Gesprächen mit Christian Herzog von Oldenburg über die zukünftige Nutzung des Palais und des Palaisgartens sei es Bürgermeister Dieter von Essen mit dem Kauf zum 1. Januar 2018 gelungen, das kulturhistorisch bedeutsame Ensemble mitsamt der Torhäuser dauerhaft für die Gemeinde zu sichern. Allerdings: Bis 31. Dezember 2017 können beide Vertragsparteien noch von dem Kauf zurücktreten.
Die Gemeinde hatte den 2019 auslaufenden Pachtvertrag für das Palais und den Palaisgarten zum Anlass genommen, frühzeitig mit dem Haus Oldenburg Kontakt aufzunehmen, um neben einer Fortsetzung des Pachtverhältnisses auch einen möglichen Ankauf ins Gespräch zu bringen. „Das Haus Oldenburg hat sich in Anerkennung der großen kulturhistorischen Vergangenheit des Palais-Areals sehr kooperativ gezeigt“, betonte von Essen.
Für den Erwerb des Palais-Ensembles zahlt die Gemeinde Rastede 20 Jahresraten von jeweils rund 155.000 Euro, insgesamt also rund 3,1 Millionen Euro. Vor dem Hintergrund der aktuell recht engen Haushaltssituation sei dies sicherlich kein geringer Betrag, jedoch im Hinblick auf die sich daraus ergebene historische Chance für die Gemeinde auch eine von der Kommunalpolitik einvernehmlich befürwortete Investition, sagte der Bürgermeister.
Für Rastede würden sich durch den Kauf hervorragende Zukunftsperspektiven bieten. Das Palais habe wie kein anderes Gebäude insbesondere durch die Nutzung, aber auch durch die Lage und die kulturhistorische Bedeutung eine unersetzliche Bedeutung für die Außendarstellung der Gemeinde Rastede, stellte von Essen heraus.
Palais und Palaisgarten bildeten für die Marke „Residenzort Rastede“ eine unverwechselbare Größe und stellten neben Schloss, Schlosspark und Turnierplatz einen unverzichtbaren Bestandteil dar. „Damit besitzt die Gemeinde Rastede zukünftig mit dem weiter zu entwickelnden Gesamtensemble des Schlosspark-Areals eine herausragende Qualität als Naherholungszentrum im Nordwesten“, erklärte von Essen.
Mit der Einstellung von Dr. Friedrich Scheele bei der Residenzort Rastede GmbH sei im April 2017 ein erster wichtiger Schritt gemacht worden, um das Areal bestehend aus Schloss, Schlosspark, Turnierplatz, Palaisgarten und Palais als Alleinstellungsmerkmal für die Gemeinde herauszuarbeiten. „Von daher ist der Erwerb des Palais zum 1. Januar 2018 die logische Konsequenz, da die unmittelbare Verbindung des kulturellen Erbes mit der eigenen Geschichte und Gegenwart ein riesiges Potenzial für die zukünftige kulturhistorische und touristische Ausrichtung darstellen“, sagte von Essen.
