RASTEDE - Mit einer Veranstaltung zum „Völkermord im Sudan“ setzte die Arbeitsgemeinschaft „Für den Frieden" an der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Rastede ihr Engagement „für eine Welt in Frieden, Freiheit, Gerechtigkeit und Glück“ fort. In der Aula der KGS präsentierten die Rasteder Schüler/innen den Film „Die Todesreiter von Darfur“. Im anschließenden Gespräch erläuterten Ahmed Musa (Darfur-Hilfe) und Hanno Schädler (Gesellschaft für bedrohte Völker) die aktuelle Situation des afrikanischen Staates.
Der amerikanische Fotojournalist Brian Steidle liefert mit seinem Buch „The devil came on horseback“ (zu deutsch: „Der Teufel kam auf dem Pferderücken“) die Grundlage für den Dokumentarfilm. Sieben Monate lang war Steidle im Jahre 2004 in der Region im Westen des Sudan als neutraler Beobachter unterwegs, um ein Waffenstillstandsabkommen zu überwachen.
Auf seiner Reise erlebte er täglich Angriffe, bei denen die regierungstreuen Milizen zu Pferd seit 2003 Dörfer niederbrannten und Schwarzafrikaner töteten. Der Konflikt zwischen schwarzafrikanischen Rebellentruppen und arabischen Milizen (Dschan-dschawid), die von der sudanesischen Regierung unter anderem mit Waffen ausgestattet werden, beherrscht seit mehr als fünf Jahren die Region Darfur und den Tschad, wohin bereits Hunderte von Darfuris flüchteten. Insgesamt befinden sich 2,3 Millionen Darfuris auf der Flucht. Die internationale Staatengemeinschaft nehme jedoch die von den Dschandschawid begangenen Menschenrechtsverletzungen kaum zur Kenntnis, hieß es.
Der Darfuri Ahmed Musa berichtete den 250 Schülern nicht nur über die aktuelle Situation in seinem Dorf, sondern auch über die Verfolgung seiner Familie. Seine Brüder wurden wegen politischer Aktivitäten verhaftet und gefoltert. Auch Musa selbst steht auf der Liste der sudanesischen Geheimdienste. Hanno Schädler betonte zusätzlich die Notwendigkeit der Unterstützung.
Auch junge Menschen in Rastede könnten durch ihr Engagement dem Völkermord in Darfur entgegenwirken, so der Referent der Gesellschaft für bedrohte Völker. Schädler dankte der AG für die Veranstaltung, „die zur Aufklärung und zum Widerstand gegen das menschenverachtende Regime im Sudan“ beitrage.
„Die internationale Staatengemeinschaft einschließlich der UNO muss ihre Möglichkeiten einsetzen, um dem Genozid in Darfur schnellstens ein Ende zu bereiten“, sagte Svenja Reinholtz, die zusammen mit Theis Heilker die Veranstaltung moderierte.
Zugleich warnte die AG davor, den Konflikt mit militärischen Mitteln beenden zu wollen: „Die Beispiele Kosovo und Afghanistan zeigen, dass nur demokratische und selbstbestimmte Prozesse einen dauerhaften Frieden in Aussicht stellen“, bemerkte Ronja Oltmanns seitens der AG.
