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Rat Wählergemeinschaften im Wechselfieber

Michael Exner
OLDENBURG - Seit dieser Woche ist es amtlich. Bei der Ratswahl werden erstmals zwei bürgerliche Wählergemeinschaften antreten: FW-BFO und WFO (die

NWZ

  berichtete). Und beide kommen aus dem gleichen Stamm.

Es begann 1996, als von der FDP enttäuschte Mittelständler die „Bürger für Oldenburg“ (BFO) gründeten. Die schickten auf Anhieb einen Vertreter in den Rat: Axel-Otto Schulz, der im Lauf der Ratsperiode den Sitz für Harald Götting räumte.

Vor der nächsten Wahl 2001 stieß Franz Norrenbrock zur Truppe. Das anerkannte politische Schlitzohr hatte sich mit seiner CDU verkracht und schaffte über das erneut einzige BFO-Mandat die Rückkehr in den Rat.

2006 wurde es bunter. Kurz vor der Wahl kam (auch nach vorangegangenem Krach) CDU-Ratsherr Manfred Drieling – und die BFO schickte ein Trio in den Rat: Norrenbrock, Drieling und Rainer Zemke, Sohn des früheren CDU-Ratsherrn Hans-Günther Zemke. Vater und Sohn sollten sich bleibend in die Annalen Oldenburger Wäh­lergemeinschaften eintragen.

Wenige Monate nach der Wahl brach interner Hader aus – und im April 2007 verließ die Fraktion die BFO und machte sich als WFO (Wählergemeinschaft für Oldenburg) selbstständig. Einen Monat später folgte BFO-Chef Götting, der heute die WFO führt.

Die Turbulenzen nahmen zu. Als Anfang Juli 2007 (mit Blick auf die Landtagswahl ein Jahr später) in Cuxhaven der Landesverband der Freien Wähler gegründet wurde, war die WFO mit ihrem zwischenzeitlichen Vorsitzenden Hans-Günther Zemke dabei. Der in Cuxhaven zum Schriftführer gewählte Zemke gründete nur zehn Tage später den FW-Kreisverband Oldenburg: Die Versammlung wählte ihn zum Vorsitzenden und nominierte gleich noch die WFO-Ratsherren Franz Norrenbrock und Manfred Drieling zu FW-Landtagskandidaten.

Das war dem neuen Landesvorstand zu viel. Der Landesvorsitzende Peter Port enthob Zemke des Amtes, warf ihn zusätzlich aus der Partei und verbot dessen Oldenburger Truppe die Führung des Namens Freie Wähler. Gründung, Wahlen und Nominierungen wurden für nichtig erklärt – was die Landtagskandidatenkarriere von Franz Norrenbrock jäh beendete.

Bei der gewissermaßen ordentlichen Gründung des FW-Kreisverbandes übernahm Ingo Splittgerber von der BFO den Vorsitz. Drieling kandierte noch als WFO-Vertreter für die Freien Wähler (erfolglos) zum Landtag, aber die erhoffte Versöhnung der feindlichen Brüder unter dem Banner der Freien Wähler misslang.

Dann ging’s im Rat zur Sache. Zemke junior verließ im Juni 2008 die WFO Richtung CDU, wurde dort aber nicht glücklich. Im April 2010 verprügelte er am Rande einer Bürgerversammlung auf offener Szene Parteifreund Sascha Fankhänel, der jetzt zur Ratswahl als Spitzenkandidat der BFO im Stadtsüden antritt. Unter sanftem Druck verließ Zemke Rat und CDU (in die er mittlerweile aber wieder zurückgekehrt ist).

Da Zemke ursprünglich für die inzwischen in die Freien Wähler integrierte BFO in den Rat gewählt worden war, fiel das Mandat wieder an die Urformation. Als für die Willi Bölts nachrückte, wechselte Drieling zur BFO zurück und bildet seitdem mit dem Neuling eine Fraktion. Derweil hält Norrenbrock mit Gaststatus in der FDP-Fraktion die WFO-Fahne hoch.

Nun treten sie am 11. September getrennt an: Drieling, Bölts und Splittgerber für die FW-BFO. Norrenbrock mit seiner WFO. Den ersten Vergleich gewann die alte Riege. Bei der Kandidatenzahl steht es 72:38 für FW-BFO.

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