Wildeshausen - „Für uns ist der Punkt gekommen: Wollt ihr eine Freiwilligenagentur – ja oder nein“, formuliert es Henning Baden, Schriftführer der Agentur „Mischmit“. „Es muss in den nächsten Schritt münden“, stimmt Guido Moormann, stellvertretender Vorsitzender zu, „ganz oder gar nicht!“
„Der nächste Schritt“: Damit ist ein Antrag gemeint, den die Freiwilligenagentur im Juni an die Stadt Wildeshausen gestellt hat mit der Bitte um finanzielle Unterstützung. Im ersten von drei Einzelanträgen geht es um die Finanzierung eines hauptamtlichen Freiwilligenmanagers mit einem Stellenumfang von 19,5 Stunden pro Woche. Des Weiteren beantragte Mischmit zusätzlich eine Verwaltungskostenpauschale. Insgesamt wären das 28 000 Euro. Letztlich beantragte die Agentur, im Stadthaus kostenfrei Büroräume nutzen zu können – anstelle weiterhin Miete im Gebäude an der Delmenhorster Straße zu zahlen.
„Wir waren guten Mutes“, sagt Vorsitzender Hermann Lessel, „aber wir müssen feststellen, dass unser Antrag im Verwaltungsentwurf zum Haushalt 2014 nicht aufgeführt ist.“ Dabei sei der Antrag Ergebnis eines Gesprächs mit Bürgermeister und Fraktionsvorsitzenden gewesen. Alle Gesprächspartner hätten signalisiert, dass eine Fortsetzung der Mischmit-Arbeit gewünscht sei.
Was Lessel und seine Mitstreiter nicht verstehen, ist, dass die Stadt 2012 das Projekt Integrationslotsen ins Leben gerufen hat, für das eine Halbtagsstelle geschaffen worden ist: „Was wir machen, ist viel weiter gefächert“, so Lessel. „Wir drehen ein deutlich größeres Rad“, findet auch Moormann, „und dann schaffen wir es nicht mal in den Haushaltsentwurf. Das irritiert uns.“ Seit seiner Gründung vor etwa anderthalb Jahren habe der Verein außerdem deutlich gemacht, dass das Ehrenamt ins Hauptamt übergehen müsse.
Bislang wird Mischmit von einem ehrenamtlichen Vorstand geleitet, der mit Unterstützung einer freiwilligen Person, einer ABM-Kraft und einer Teilzeitkraft die Bürozeiten abdeckt und das operative Geschäft betreibt. Jetzt brauche man einen hauptamtlichen Geschäftsführer, weil die rein ehrenamtliche Steuerung der Agentur an Kapazitätsgrenzen stoße. 50 Freiwillige hat Mischmit seit seiner Gründung in 60 Stellen vermittelt. 70 Leute sind insgesamt beraten worden.
„Die Verwaltung hat den Antrag zwar in die Negativliste aufgenommen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Wolfgang Sasse. „Das heißt aber nicht viel. Die Entscheidung fällt erst der Finanzausschuss.“ Am Montagabend sei Mischmit zu Gast bei der Fraktion. Sasse: „In den kommenden vier Wochen werden wir dann entscheiden.“
