Lemwerder - Im Februar hatten sich die Fraktionen im Rat der Gemeinde Lemwerder darauf verständigt, die Entschädigungen für die Ratsmitglieder zu erhöhen. Doch als am Donnerstagabend im Personal- und Geschäftsordnungsausschuss die Satzung beschlossen werden sollte, die diese Entschädigungsleistungen regelt, machten die Politiker einen Rückzieher.

Brigitta Rosenow (Grüne) sagte, dass es angesichts der notwendigen Einsparungen im defizitären Haushalt „nicht der richtige Zeitpunkt“ sei, die Gelder für Ratsfrauen und Ratsmänner zu erhöhen. Ihr pflichtete Harald Schöne (FDP) bei: „Die Erhöhung wäre ein falsches Signal.“ Die FDP hatte bereits im Vorfeld der Sitzung erklärt, vom fraktionsübergreifenden Beschluss abweichen zu wollen (die NWZ  berichtete).

Wolf Rosenhagen (CDU) lehnte die geplante Erhöhung ebenfalls ab. Seine Fraktion habe schon bei den Haushaltsberatungen gefordert, dass „alles auf den Prüfstand gestellt werden soll“. Die geplante Erhöhung sei im Haushalt bereits berücksichtigt worden, erinnerte er.

Die SPD stimme ebenfalls gegen die Erhöhung, erklärte Meinrad Rohde. Obwohl es für eine solche Erhöhung „nie den richtigen Zeitpunkt geben wird“. Und für den Aufwand, den die Feierabendpolitiker hätten, fiele die Entschädigung gering aus. „Wir nehmen niemanden aus“, betonte er.

Abgelehnt wurden zugleich auch die Erhöhung der Entschädigungen für Feuerwehrmitglieder und die Gleichstellungsbeauftragte.

Bürgermeisterin Regina Neuke kommentierte das kollektive Umschwenken süffisant: „Das Einzige, was sich seit Februar geändert hat: Wir sind vier Monate näher an der Wahl.“