Oldenburg - Wer in Oldenburg regelmäßig im Sattel sitzt, erlebt kaum einen Tag ohne eine heikle Situation. NWZ-Leser haben der Lokalredaktion zahlreiche Gefahrenstellen auf Radwegen gemeldet – und dabei nicht mit deutlicher Kritik an der Stadt gespart.

So weist Georg Klaukien auf eine „von der Stadt geschaffene“ Gefahrenstelle hin: die im vergangenen Jahr abgerissene Brücke über die alte Eisenbahntrasse Oldenburg-Brake im Bereich der Elsflether Straße, die zu einem Damm verfüllt worden ist. Zu Klaukiens Verwunderung endet der stadtauswärts führende Fuß- und Radweg ohne Hinweis für die Autofahrer „abrupt“ vor dem Damm. So bliebe für Radfahrer und Fußgänger nur das Überqueren der vielbefahrenen und wegen einer leichten S-Kurve nicht leicht einsehbaren Straße. Klaukien hält die Situation für gefährlich und unzumutbar. „Ganz schlimm“ werde es aus seiner Sicht auf der anderen Straßenseite: „Hier teilen sich Fußgänger und Radfahrer nach der Brücke einen maximal einen Meter breiten Weg.“

Als zu schmal für einen gefahrlosen Begegnungsverkehr zwischen zwei Radfahrern empfindet Ute Schliedermann den Fuß- und Radweg entlang der Bümmersteder Tredde im Bereich Eustachiusweg, zumal der Graben auf diesem Teilstück nicht verrohrt, sondern offen geführt wird. Wenn hier Menschen mit einem Kinderwagen und einem Rollator unterwegs seien, werde es besonders gefährlich. „Seit über 30 Jahren versuchen wir über die Stadt und die verschiedenen Politiker auf diese Gefahrenquelle hinzuweisen“, klagt die NWZ -Leserin. Bislang ohne Erfolg.

Ebenfalls „schon so oft“ hat sich Monika Speckmann an die Stadtverwaltung gewandt, um auf die Verkehrssituation im Bereich Prinzessinweg und Gneisenaustraße hinzuweisen, die wie die umliegenden Straßen als Tempo-30-Zone ausgewiesen sind. Das Problem: „Kein Autofahrer richtet sich auch nur annähernd danach“, kritisiert die Anwohnerin der Nettelbeckstraße. Radfahrer würden von Autos auch bei Gegenverkehr überholt. „Ich habe schon etliche Male einen Sprung auf den Bürgersteig machen müssen, um meine Haut zu retten“, berichtet Monika Speckmann. „Das scheint beim Ordnungsamt aber nicht von Interesse zu sein“, so ihr Eindruck.

Brenzlige Situationen hat auch Margot Hardemann erlebt – und zwar auf dem Fußweg an der Wallstraße. Dort werde sie von vorne und hinten von Radfahrern bedrängt: „Für mich als Anwohnerin ist das ein täglicher Adrenalinstoß“, sagt sie. Sie wünscht sich bei der Neuplanung des Waffenplatzes einen Radweg.

Die Hinweise und Anregungen der Leserinnen und Leser zu Gefahrenstellen wird die NWZ  der Stadtverwaltung vorlegen. Verkehrsamtsleiter Bernd Müller hat eine Prüfung der einzelnen Fälle zugesagt.