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NWZonline.de Nachrichten Politik

Wie der Zar im Nordwesten regierte

02.08.2018

Dass das kleine Herzogtum Oldenburg zum Großherzogtum wurde und seine Ausdehnung von Wangerooge bis Neuenkirchen im heutigen Kreis Vechta erreichte, hat in erster Linie mit den russischen Zaren zu tun. Ein neuer Sammelband aus dem Göttinger Wallstein-Verlag („Russlands Blick nach Nordwestdeutschland“) geht den dynastischen Beziehungen nordwestdeutscher Territorien zu Russland nach. In fünf Beiträgen werden die Beziehungen Russlands zum Welfenhaus und in zwei Beiträgen die Beziehungen Russlands zum Haus Oldenburg untersucht.

Dabei liegen die Beziehungen der Welfen zum russischen Thron zeitlich etwas früher als die der Oldenburger. Der Wolfenbütteler Prinz Anton Ulrich (der Jüngere) ist so ein Beispiel, der nach Russland geschickt wurde als perspektivischer Ehemann der künftigen Zarin. Sein Scheitern wie das der Auguste von Württemberg (geborene zu Braunschweig-Lüneburg) wird fachkundig dargelegt und erlaubt spannende Einblicke in die Politik der Herrscherhäuser. Mutter eines späteren Zaren war auch Charlotte Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel. Ihr Sohn herrschte als Peter II. nur wenige Jahre.

Als ausgewiesener Kenner des Hauses Oldenburg hat Herausgeber Gerd Steinwascher (leitender Archivdirektor im Landesarchiv Oldenburg) die Geschichte der russischen Zaren und ihre Bezüge zu Oldenburg herausgearbeitet. Der zweitgeborene Sohn des Herzogs Peter Friedrich Ludwig, Prinz Georg, heiratete 1809 in St. Petersburg Großfürstin Katharina Pavlovna. Er gilt als Begründer der russischen Linie des Hauses Holstein-Gottorf-Oldenburg.

Steinwascher lässt die Leser teilhaben an der napoleonischen Zeit und schildert die engen familiären Beziehungen des Hauses Oldenburg zum Zarenhof. Er hat dazu hochinteressantes Quellenmaterial ausgewertet, Urkunden und Briefwechsel der Zarenfamilie an den „lieben Onkel“ (Peter Friedrich Ludwig) in Oldenburg. Vielleicht der einzige Wermutstropfen an diesem faktenreichen Buch, das Lust auf neue Erkenntnisse macht, sind die etwas zu kleinteiligen Abbildungen der Urkunden.

Die Originale im Oldenburger Landesarchiv jedenfalls sind teilweise äußerst farbenprächtig. Ein profunder wie politischer Beitrag, den man beispielhaft für die europäische Geschichte des 18. bis beginnenden 20. Jahrhunderts nehmen kann und durch den der Autor den Leser mit leichter Feder führt.

Erwähnt seien noch zwei Beiträge von Wolfgang Henninger (Oldenburg) über Reichsgraf von Münnich (in russischen Diensten) und Christian Helbich über Charlotte Christine Sophie, die erste westeuropäische Prinzessin am russischen Thron, die beide viele weitere Details der russisch-norddeutschen Beziehungen aufarbeiten. Wie schon im ersten Band der Veröffentlichungsreihe des Landesarchivs (Niedersachsen in 111 Dokumenten) profitiert der Leser von dem profunden Fachwissen der Autoren, die ihm Geschichte erläutern und die Motive der Handelnden transparent machen.

Hans Begerow Leitung / Politik/Region
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