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NWZonline.de Nachrichten Politik

Friedensplan steht auf der Kippe

21.09.2019

Riad Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition hat im Jemen rund um die umkämpfte Hafenstadt Hudaida mehrere Ziele der Huthi-Rebellen angegriffen. Dabei seien im Morgengrauen vor allem Produktionsstätten von Sprengstoffbooten und Seeminen angegriffen worden, berichtete die saudische Nachrichtenagentur SPA am Freitag.

Zuvor sei ein ferngelenktes Sprengstoffboot zerstört worden, hieß es weiter ohne Ortsangabe. Die Boote und Minen stellten eine Bedrohung für die internationale Schifffahrt im südlichen Teil des Roten Meeres dar.

Saudi-Arabien führt eine Allianz arabischer Staaten an, die im Jemen seit Jahren gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen kämpft. Der Krieg hat die derzeit schlimmste humanitäre Krise weltweit ausgelöst.

Ein Sprecher der Huthi-Rebellen warf Saudi-Arabien vor, gegen eine Feuerpause zu verstoßen, die mit Unterstützung der Vereinten Nationen verhandelt worden war. Es sei eine gefährliche Eskalation der Situation, die den in Schweden angestoßenen Prozess unterlaufen würde, hieß es in einer Mitteilung der Huthis.

Die Vereinten Nationen hatten im vergangenen September eine Feuerpause für die wichtige Hafenstadt Hudaida und einen schrittweisen Rückzug der Kriegsparteien aus der Stadt ausgehandelt. Die Häfen der Region sind für die Versorgung des bitterarmen Jemens mit Hilfsgütern von großer Bedeutung. In den vergangenen Wochen hatte sich die Lage um die Stadt deutlich beruhigt.

Am vergangenen Samstag waren saudische Ölanlagen in Abkaik und Churais von Raketen und Drohnen angegriffen und schwer beschädigt worden. Jemens Huthi-Rebellen reklamierten die Bombardierung für sich – als Vergeltung für den saudischen Militäreinsatz im jemenitischen Bürgerkrieg.

Aus Riad und Washington aber heißt es, die Raketen und Drohnen seien nicht aus dem im Süden gelegenen Jemen gekommen, sondern aus Richtung Norden. Sie sehen damit den saudischen Erzfeind Iran am Werk. Dies hat zu erheblichen Spannungen in der Region geführt

Der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif hat für den Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens auf sein Land mit einem „umfassenden Krieg“ gedroht. „Wir wollen keinen militärischen Konflikt“, sagte Sarif dem US-Sender CNN. Der Iran werde jedoch „nicht mit der Wimper zucken“, wenn es darum gehe, das Land zu verteidigen.

Sarif wies jede Verantwortung seines Landes für die Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien zurück. US-Außenminister Mike Pompeo beschuldigte bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten am Donnerstag dagegen erneut die Führung in Teheran. Er betonte aber, die USA setzten im Konflikt mit dem Iran weiterhin auf eine friedliche Lösung. „Wir sind hier, um eine Koalition aufzubauen, die auf Frieden und eine friedliche Lösung abzielt“, sagte Pompeo nach Gesprächen in Dschidda und Abu Dhabi. „Und ich hoffe, die Islamische Republik Iran sieht das auch so.“

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