Löningen - Stefan Riesenbeck ist der Kandidat der SPD im Wahlkreis Cloppenburg-Süd bei der kommenden Landtagswahl. Der 56-Jährige aus dem Ortsverein Cloppenburg setzte sich mit 25 zu 18 Stimmen der Delegierten gegen Mechthild Schwarte-Kock (60) aus dem Ortsverein Lindern durch. Vor der geheimen Wahl hatten beide Kandidaten in der Gaststätte Lüdeke-Dalinghaus im Löninger Ortsteil Böen Gelegenheit, sich vorzustellen.
Die Wahlkreisdelegiertenkonferenz am Sonnabend wurde von Susanne Mittag in ihrer Funktion als Mitglied des SPD-Bezirksvorstands Weser-Ems geleitet. Die Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Delmenhorst begrüßte unter anderem den Unterbezirksvorsitzenden Detlef Kolde und gratulierte der SPD-Landtagsabgeordneten Renate Geuter (Markhausen), die am Freitag in Garrel von der SPD für eine erneute Kandidatur im Wahlkreis Cloppenburg-Nord nominiert worden war. Geuter hatte keinen Gegenkandidaten und erreichte 96 Prozent.
Riesenbeck und Schwarte-Kock gaben sich in ihren Vorträgen zwar locker, aber politisch bestimmt. Inhaltliche Differenzierungen waren allerdings kaum auszumachen. Beide wollten sich für eine kostenlose Bildung von der Kita bis zum Studium einsetzen, beide wollten den Werksverträgen und Leiharbeitspraktiken zu Leibe rücken, und beide forderten, das Wasser zu schützen.
Der spätere Sieger Riesenbeck bezeichnete Trinkwasser als höchstes Gut. Die Landwirtschaft müsse Rücksicht nehmen, sagte der 56-jährige Cloppenburger und es müssten Grenzen eingezogen werden: Die Tierbestände in der Region dürften nicht weiter erhöht und die Böden nicht weiter überdüngt werden.
Kritisch sieht Riesenbeck, der verheiratet ist und drei erwachsene Kinder hat, die Situation in den Schulen. Es gebe Klassen, in denen kein ordnungsgemäßer Unterricht erteilt werden könne, weil etliche Schüler kein Deutsch sprächen. Das beziehe sich nicht nur auf Flüchtlingskinder, sondern auch auf den Nachwuchs von Werkvertragsarbeitern zum Beispiel aus Rumänien oder Polen, die hier eingeschult würden. Die Kritik der CDU, die Landesregierung würde zu wenig Lehrer einstellen, wies er zurück. Schließlich lägen die Ursachen für den aktuellen Lehrermangel weit zurück, „und da war die SPD nicht in der Regierung“.
Wie Schwarte-Kock sprach Riesenbeck viel vom neuen Schub, den die SPD zurzeit erfahre. „Es gibt 80 Jusos im Unterbezirk“, freute er sich über das politische Engagement, das belege, dass die SPD als Volkspartei eben nicht auf dem Weg zu einer Partei „der alten Säcke“ sei.
Der Kandidat der SPD ist Geschäftsführer des Betreuungsvereins in Cloppenburg und hatte zuletzt für Furore gesorgt, als er den amtierenden Cloppenburger Bürgermeister Dr. Wolfgang Wiese (CDU) mit 47,3 Prozent an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. Wer bei der Landtagswahl im Wahlkreis Cloppenburg-Süd für die CDU gegen Riesenbeck antritt, entscheidet sich am 7. April zwischen Jürgen Focke (Cloppenburg), Christoph Eilers (Cappeln) und Josef Holtvogt (Emstek). „Vielleicht gelingt es ja auch mal, ein Direktmandat in Südoldenburg zu holen“ gab sich der spätere Sieger schon in seiner Vorstellung optimistisch.
