RODENKIRCHEN - Die Kauffrau kandidiert ohne die Unterstützung einer Partei. Von der Gemeinderats-Kandidatur auf der SPD-Liste trat sie zurück.
von rolf bultmann
RODENKIRCHEN - Auf kommunaler Ebene dürfe man sich nicht in der Parteipolitik verzetteln, sondern man müsse die Kräfte bündeln und zu vernünftigen Entscheidungen über die Parteigrenzen hinweg zum Wohle der Bürger kommen. Dies zu organisieren, sei eine der wichtigsten Eigenschaften, die ein Bürgermeister haben sollte, sagt Evelin Ritter. Weil die 55-jährige Rodenkircher Kauffrau es sich zutraut, diese schwierige Aufgabe zu bewältigen, kandidiert sie bei der Kommunalwahl am 10. September für das Bürgermeister-Amt in Stadland. Das gab sie jetzt bekannt.Evelin Ritter, die gegen den parteilosen Amtsinhaber Boris Schierhold und den SPD-Bewerber Günter Hespos antritt, bewirbt sich als parteilose und unabhängige Kandidatin ohne die Unterstützung einer Partei oder politischen Gruppe. Sie möchte lieber ihre eigenen Ideen und Vorstellungen vortragen, statt sich anderen anhängen zu müssen.
Die Rodenkircherin verhehlt aber nicht, dass sie vor einem halben Jahr wegen einer Bürgermeister-Kandidatur bei der Stadlander SPD-Fraktion „angeklopft“ hatte, die sich aber bereits auf einen anderen Kandidaten festgelegt hatte. Nachdem sie sich nunmehr entschieden hat, als „Einzelkämpferin“ für das Bürgermeister-Amt zu kandidieren, ist sie von ihrer Gemeinderats-Kandidatur als Parteilose auf der SPD-Liste, die der Gemeindeverband bereits abgesegnet hat, wieder zurückgetreten.
Die Politik auf allen Ebenen habe sie immer mit großem Interesse verfolgt. In den vergangenen zehn Jahren habe sie in ihrer beruflichen Arbeit auch Kontakt mit Politikern aller Parteien gehabt. Den Anstoß sich selbst zu engagieren und dabei auch Verantwortung zu übernehmen, habe ihre Teilnahme am Mentoring-Programm „Frauen ins Rathaus“ des Landes Niedersachsen gegeben, berichtete Evelin Ritter.
Sie habe an vielen Sitzungen auch der SPD-Fraktion, Veranstaltungen und Seminaren – zeitweise in Begleitung ihres Mentors, Altlandrat Udo Zempel (SPD) – teilgenommen. Dabei sei ihr deutlich geworden, dass sie bei vielen beruflichen und privaten Gelegenheiten bereits bewiesen habe, die erforderlichen Eigenschaften einer Bürgermeisterin zu haben, sagte die Kandidatin.
Evelin Ritter will nicht kritisieren, sondern den Blick in die Zukunft werfen. Ihre Ideen und Vorstellungen unter anderem zu den Themen „Familienfreundliches Stadland“, „Arbeiten in Stadland“ und „Freizeit in Stadland“ hat sie in einem Wahlprogramm zusammengefasst und unter ihrer Internetpräsentation (www.evelin-ritter.de) veröffentlicht. Für einen Wahlsieg sieht sie gute Chancen, denn letztlich habe sich nichts zu verlieren.
Ein Debüt in der Kommunalpolitik
Evelin Ritter
gibt mit ihrer Kandidatur für das Bürgermeister-Amt der Gemeinde Stadland ihr Debüt in der Kommunalpolitik. Die aus Minden (Westfalen) stammende 55-jährige Kauffrau, die bereits seit 1951 in Rodenkirchen zu Hause ist, war nach dem Besuch des Gymnasiums in Brake und einer kaufmännischen Lehre in Osnabrück als Sekretärin in einer Spedition tätig. Sie erwarb das Sekretärinnendiplom und das Wirtschafts-Fremdsprachen-Diplom für Französisch. Zudem legte sie die Korrespondetinnenprüfung für Englisch ab. Von 1973 bis 1975 absolvierte Evelin Ritter ein Pädagogik-Studium an der Universität Osnabrück. Elf Jahre (1975 bis 1986) war sie kaufmännische Geschäftsführerin in der Firma ihres Ehemannes Horst Ritter (Ritter-Druck) in Rodenkirchen, mit dem sie seit 1969 verheiratet ist. Für die Mutter von zwei Söhnen im Alter von 27 und 30 Jahren folgte eine fünfjährige Tätigkeit als Sekretärin beim Bremer Tabak-Collegium. Von 2002 bis 2005 war sie dann Chefsekretärin bei derJade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft in Wilhelmshaven. Zur Zeit baut Evelin Ritter sich ein neues Standbein als Immobilienmaklerin in Berlin auf.
