Stadland - Rolf Baumann zieht sich überraschend aus der Kommunalpolitik zurück. Der 63-jährige Landwirt aus Morgenland, bis zum vergangenen November Erster stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Stadland, hat seine Mandate im Gemeinderat und im Kreistag zurückgegeben und auch seinen Austritt aus der CDU erklärt, der er rund 30 Jahre lang angehörte.
„Die vielen Sitzungstermine passten beruflich nicht mehr“, begründete Baumann am Sonntagmittag im Gespräch mit der NWZ seinen kompletten Rückzug. Er habe schon mehrfach darüber nachgedacht, Ämter abzugeben.
Auf die Frage der NWZ , ob sein Austritt aus der CDU auch auf Querelen innerhalb der Partei oder der Fraktionen in Kreistag oder Gemeinderat hinweise, sagte Rolf Baumann nur: „Es sieht fast so aus.“ Ob es aber wirklich so ist und wenn ja, was vorgefallen ist, wollte er nicht sagen.
Mit dem Wechsel der Mehrheit im Gemeinderat habe sein Schritt jedenfalls nichts zu tun, betonte Baumann.
Rolf Baumann ist 1996 in die Kommunalpolitik eingestiegen, als er gleichzeitig in den Gemeinderat und den Kreistag gewählt wurde. Wenig später übernahm er auch den Vorsitz im CDU-Ortsverband Seefeld, den er bis zu seinem Austritt innehatte. 2001 wurde er erneut in beide Kommunalparlamente gewählt, 2006 trat er nur für den Kreistag an – wieder mit Erfolg.
2011 kandidierte er erneut für Kreistag und Gemeinderat. Im Kreistagswahlbereich 2 Butjadingen/Jade/Stadland erreichte er mit 1061 Stimmen das beste Einzelergebnis, in Stadland fuhr er 698 Stimmen ein. Bei der gleichzeitig stattfindenden Gemeinderatswahl wurde er mit 229 Stimmen direkt gewählt.
Erster Nachrücker im Kreistag ist Christoph Muth, Direktor des Center-Parcs in Tossens. Erster Nachrücker für den Gemeinderat ist der Rodenkircher Elektromeister Horst Wieting, der 2011 die Wiederwahl knapp verpasst hatte.
Trotz seines Rückzugs aus der Kommunalpolitik wird sich Rolf Baumann weiterhin ehrenamtlich engagieren: Er bleibt Zweiter Vorsitzender des Kreislandvolks.
