• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Politik

Drama um Sea-Watch polarisiert

01.07.2019

Rom /Elsfleth Die deutsche Kapitänin des Rettungsschiffs „Sea-Watch 3“, Carola Rackete, hat sich nach ihrer Festnahme in Italien verteidigt. Die Situation sei hoffnungslos gewesen, und ihr Ziel sei gewesen, die verzweifelten Migranten an Bord des Schiffes an Land zu bringen, erklärte ihr Rechtsanwalt Alessandro Gamberini am Sonntag. Sie habe Suizide befürchtet.

Die Kapitänin hatte das Schiff mit 40 Mi­granten in der Nacht zum Samstag unerlaubt in den Hafen von Lampedusa gesteuert und war dort festgenommen worden. Derzeit steht sie unter Hausarrest. Ihr drohen eine Geldstrafe, mehrere Anklagen und im schlimmsten Fall Haft.

Rackete, Star und Feindbild zugleich, wurde in Preetz bei Kiel geboren und wuchs in Hambühren in Niedersachsen auf. An der Jade-Hochschule Elsfleth studierte sie Nautik. Bevor die heute 31-Jährige zu Sea-Watch ging, stand sie unter anderem für Greenpeace und das Meeresforschungsinstitut Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven auf der Schiffsbrücke.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini erhob schwerste Vorwürfe gegen Rackete. In Vergessenheit geriet dabei fast, dass die Migranten an Land gehen konnten.

Nach 17 Tagen auf See lagen die Nerven bei der Crew und den Geretteten blank: Die Odyssee der „Sea-Watch 3“ hatte am 12. Juni begonnen, als die Seenotretter der deutschen Hilfsorganisation vor Libyen 53 Bootsflüchtlinge an Bord nahmen. Wenige Stunden zuvor hatte das Kabinett in Rom sich auf eine drastische Verschärfung der Regeln für die Helfer verständigt. Ein umstrittenes Sicherheitsdekret stellt das unerlaubte Einfahren privater Schiffe in Italiens Gewässer unter eine satte Geldstrafe.

Sea-Watch ließ sich nicht davon abhalten und fuhr mit den Geretteten in Richtung Italien. Nach tagelangem Warten an der Seegrenze sah sich die Kapitänin Mitte vergangener Woche gezwungen, die „Sea-Watch 3“ auf Lampedusa zuzusteuern.

Aus Deutschland erreichte die Kapitänin eine Welle der Solidarität. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) lobten sie mit deutlichen Worten und kritisierten Italiens Verhalten scharf. Die TV-Moderatoren Jan Böhmermann und Klaas Heufer-Umlauf riefen zu Spenden für die Seenotretter auf – bis Sonntagnachmittag kamen mehr als 400 000 Euro zusammen. „Mit den Ereignissen der letzten Tage hat diese unmenschliche, kaltblütige und skrupellose Politik einen neuen Tiefpunkt erreicht“, sagte Böhmermann.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.