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NWZonline.de Nachrichten Politik

Papst gedenkt des Leidens Jesu

20.04.2019

Rom /Jerusalem Tausende Gläubige haben am Karfreitag mit Papst Franziskus in Rom des Leidens und Sterbens Jesu Christi gedacht. Im Petersdom feierte das Katholiken-Oberhaupt die Karfreitagsliturgie. Später am Abend sollte der 82-Jährige die Kreuzwegprozession am Kolosseum leiten. Auch in Jerusalem erinnerten Christen an die Kreuzigung und den Tod von Jesus.

Der Kreuzweg ist eine Jahrhunderte alte Tradition und stellt Jesus’ Leidensweg bis zur Kreuzigung nach. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Schicksale – wie z.B. das Leid sexuell ausgebeuteter Frauen und von Flüchtlingen, die in der Wüste oder im Mittelmeer sterben. Angeprangert werden auch Diskriminierung und Gleichgültigkeit.

Die Worte, die an den 14 Stationen verlesen werden sollten, stammen von der italienischen Nonne Eugenia Bonetti. Sie engagiert sich für Frauen, die zur Prostitution gezwungen werden. Was sie schildert, geht ins Mark: So wird etwa von „einer Minderjährigen mit einem zierlichen kleinen Körper“ erzählt, „die ich eines Nachts in Rom traf, wo Männer in luxuriösen Wagen Schlange standen, um diese Mädchen auszubeuten“. Am Ende des Kreuzwegs soll sich der Papst äußern.

Ostern ist für Christen das wichtigste Fest. Den Höhepunkt stellt die Osternacht dar, die der Pontifex an diesem Samstagabend im Petersdom mit einer Liturgie begeht. Dabei wird an die für den christlichen Glauben zentrale Auferstehung von Jesus Christus erinnert. Am Sonntag spendet der Papst den Segen „Urbi et Orbi“.

In Jerusalem zogen Tausende Christen in mehreren Prozessionen durch die Altstadt. Mönche liefen in ihren braunen und schwarzen Gewändern über die Via Dolorosa, Gläubige sangen und trugen Holzkreuze. Protestanten gingen den Pilgerweg zur evangelischen Erlöserkirche, Katholiken zur Grabeskirche.

Die Grabeskirche in Jerusalem steht an der Stelle, wo Jesus dem christlichen Glauben nach gestorben und wiederauferstanden ist. An Karsamstag und Ostersonntag werden in der Grabeskirche auch Messen gefeiert. Die israelische Regierung sagte am Freitag zu, dass auch Hunderte Christen aus dem von dem Land blockierten Gazastreifen zu Ostern nach Ost-Jerusalem und in das Westjordanland reisen dürfen.

Der Karfreitag fiel auch mit dem Beginn des jüdischen Pessach-Festes zusammen. Da es sich um ein Pilgerfest handelt, wird in diesen Tagen auch mit vielen jüdischen Besuchern in Jerusalem gerechnet.

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